Diplomatenspiel, brandaktuell

Am ersten Maiwochenende trafen sich deutsche Hobbyglobalstrategen in Hannover. Von René Gralla

  • Von René Gralla
  • Lesedauer: ca. 3.5 Min.

Im Garten gleich hinter dem Bahndamm wird Großes ausgehandelt. Ein kleiner drahtiger Mann mit Brille ist offenbar unterwegs in höherem Auftrag und versucht, seinem Gegenüber, das ist ein robuster Bärtiger, ein ehrgeiziges Projekt einzureden. Es fallen die Stichworte »Belgien« und »Picardie«. Während mit dem Dritten, augenscheinlich der Vertreter Russlands, niemand reden will.

Eine geheime Folgeveranstaltung zu Minsk II? Weit gefehlt. Dieses Meeting am ersten Maiwochenende in Hannover ist bloß eine Simulation. Sie gehört zum Standardablauf eines Brettspiels. Das trägt, und deswegen ist der spontane Gedanke an die große Politik gar nicht mal abwegig, den programmatischen Titel »Diplomacy«.

Besagte Trockenübung für ambitionierte Freizeitdiplomaten hatte der US-Amerikaner Allan B. Calhamer 1959 auf den Markt gebracht. Der Harvardabsolvent wollte das Taktieren und Finassieren der europäischen Mächte vor dem Ersten Weltkrieg n...


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