Moldau im Richtungsstreit

Kommunalwahlen setzen am Sonntag Zeichen Richtung EU oder Russland

  • Von Irina Wolkowa, Moskau
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Es sind Kommunalwahlen, die Sonntag in der Republik Moldau stattfinden. Doch es geht dabei um weit mehr als um die Posten von Bürgermeistern und Kreischefs.

Die Abstimmung über örtliche Amtsträger in Moldaus Kommunen könnte an diesem Wochenende zum Katalysator für den Richtungsstreit um die Zukunft werden: Mit Europa oder mit Russland. Der Uralt-Konflikt hat beträchtlich an Fahrt gewonnen und die Polarisierung der Gesellschaft vorangetrieben.

Zwar hat Moldau 2014 ein Assoziierungsabkommen mit der EU unterzeichnet und auch schon ratifiziert. Doch eine Beitrittsperspektive - zumindest in überschaubaren Zeiträumen - verweigerte der Gipfel der Östlichen Partnerschaft Ende Mai in Riga allen nunmehr prowestlichen Ex-Sowjetrepubliken. Moldawien gar, das anfangs Musterschüler in Sachen europäische Integration war, gilt als akut versetzungsgefährdet. Europaratspräsident Donald Tusk hatte bei seinem Besuch im April die Regierung in Chisinău wegen mangelnden Reformeifers angezählt.

Zwar mahnt Rumäniens Außenminister Bogdan Aurescu, Europa dürfe die östlichen Partner nicht immer nur kri...


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