»In der Hölle meiner Zustände«

Krise und Neubeginn: Hermann Hesses Briefe der Jahre 1916 bis 1923

Ringsum splittert und blutet die Welt. Nur selten und für Augenblicke, schreibt Hermann Hesse Ende März 1916, gelingt es ihm, »das Zeitliche zu vergessen, das Gefühl des Mobilisiertseins, der zwangsweisen Einordnung in eine mir fremde, mir verdächtige, mir im Grund verhaßte und feindliche Weltordnung, die nach Macht strebt und von Friede, Geist, Schönheit keine Ahnung hat«. Hier, fügt er hinzu, »in der Welt der Machtbestrebungen ist nur Gestürm und Gestank«. 1912 hat er seinen Wohnsitz in Gaienhofen am Bodensee aufgegeben und lebt nun mit Frau und den drei Söhnen in einem ländlichen Haus mit Garten und herrlicher Aussicht nahe Bern. Besser, wird er später in einer Erinnerung schreiben, hätten sie es sich gar nicht vorstellen können, aber froh ist er dort trotzdem nicht geworden.

Hesse ist nach wie vor (und noch bis 1923) deutscher Staatsbürger. Er muss deshalb fürchten, in eine Uniform gesteckt und in die Schlacht geschickt zu wer...


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