Der Traum von der Schöpfung

Wiederentdeckt und inszeniert an der Neuköllner Oper: Nicolae Bretans »Golem«

  • Von Ekkehart Krippendorff
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Eine geistesgeschichtliche, musikalisch-dramatische Entdeckung ist anzuzeigen, die es verdient hat, in den konventionellen Opernkanon der Moderne aufgenommen zu werden: Der rumänische Komponist Nicolae Bretan schrieb »Golem« im Sommer 1923 »innerhalb weniger Tage und wie im Rausch«. Die Berner Uraufführung ein Jahr später war erfolgreich, blieb aber folgenlos. Sechs Opern und an die 200 Lieder gehören zu Bretans weitgehend unbekanntem Werk, musikalisch verpflichtet den Großen seiner Zunft - von Puccini und Tschaikowski bis Kurt Weill. Darüber hinaus hatte er eine eindrucksvolle Karriere als Sänger und Operndirektor, und eine politische Biographie, die ihn in die US-amerikanische Emigration vertrieb, wo er 1968 vergessen starb.

Die aktuelle »Golem«-Inszenierung ist eine Art später Wiedergutmachung, für die man der Neuköllner Oper dankbar sein muss. Einen »unvergesslichen Opernabend« kündigt der Lautsprecher an, womit er mit einer a...


Wenn Sie ein Abo haben, loggen Sie sich ein:

Mit einem Digital-, Digital-Mini- oder Kombi-Abo haben Sie, neben den anderen Abo-Vorteilen, Zugriff auf alle Artikel seit 1990.

Bitte aktivieren Sie Cookies, um sich einloggen zu können.