Webers Worte

Was die Debatte über Tsipras’ Rede in Straßburg über Europas Demokratie erzählt

  • Von Tom Strohschneider
  • Lesedauer: ca. 4.5 Min.

Alexis Tsipras redete am Mittwoch im Europaparlament. Die Debatte danach wurde hitzig. Über eine europäische Demokratie, in der einige weiter nationale Interessenpolitik machen wollen.

Als die Debatte eine Weile läuft, als man sich daran gewöhnt hat, wie scharf hier der Ton ist, wie ideologisch eingefärbt die Vorwürfe sind, als man sich schon nicht mehr wundert über den verbalen Tumult - da sieht man es dem Alexis Tsipras sehr deutlich an: Als Griechenlands Premierminister hat man nichts zu Lachen in diesen Tagen.

Strahlend und Hände schüttelnd war Tsipras am Morgen im Straßburger Parlament eingetroffen. Nun sitzt er ganz unten im Rund, an einem blauen Tischchen, ein Mikrofon mit der Nummer 23 ragt schräg vor seinem Gesicht empor. Tsipras reibt die Hände, beißt sich auf die Unterlippe. Es ist nicht allein die Müdigkeit nach Tagen, Wochen der Krisendiplomatie und des Wahlkampfes vor dem Referendum über die Austeritätspolitik. Es muss der unmittelbare Eindruck einer Parlamentsdebatte sein, in der sich der ganze Konflikt um die Krisenpolitik noch einmal verdichtet.

Tsipras hat vor den Abgeordneten seine Rede g...


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