Zeit für die Wahrheit

Viele Spanier erhoffen sich von einem Regierungswechsel auch einen Neustart für die Aufarbeitung des Bürgerkriegs

  • Von Florian Schmid
  • Lesedauer: ca. 4.0 Min.

Im Juli 1936 begann der Spanische Bürgerkrieg: Fast 80 Jahre danach versucht eine Erinnerungsbewegung, das Schweigen zu brechen. Die Kürzung staatlicher Zuschüsse für Exhumierungen erschwert das.

Eine Aufarbeitung des Bürgerkriegs und der franquistischen Diktatur fand in Spanien lange Zeit nicht statt. Die sogenannte Transicion, der friedliche Übergang zur parlamentarischen Monarchie, wurde Francos Militärs mit dem «pacto de silencio» - einem Bündnis des Schweigens - abgekauft. 1977 legalisierte ein Amnestiegesetz Regimegegner, die Militärs der Diktatur und die nationalistischen Kriegsverbrecher blieben aber dadurch straffrei. Von den mehr als 500 000 im Krieg Getöteten fielen drei Viertel politischem Mord und Exekutionskommandos zum Opfer. Unklar ist bis heute, wie viele Opfer der nationalistischen Erschießungskommandos immer noch in anonymen Massengräbern verscharrt sind. Lange Zeit war von 30 000 die Rede, mittlerweile geht man von über 140 000 Menschen aus.

Erst seit sich 2000 das Ende der Diktatur zum 25. Mal jährte und medienwirksam die öffentliche Exhumierung eines Massengrabes stattfand, gibt es eine öffentliche De...


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