Bedroht von den roten Fluten des Weibes

Die erfolgreiche »patriotische« Südtiroler Band Frei.Wild ist ein Beispiel dafür, wie reaktionär Rockmusik sein kann: Reprovinzialisierung, völkisches Denken und ein mittelalterliches Geschlechterbild

  • Von Klaus Walter
  • Lesedauer: ca. 7.0 Min.

Die populärste Deutschrockband der Gegenwart kommt aus - Italien. Also aus Südtirol. Ihr »Deutschrock« steht weniger für Grönemeyer und Westernhagen als für sich hart gebenden, maskulinen, nationalistischen deutschsprachigen Rock, in dem auch schon mal der »Rechtsterrorismus verherrlicht« wird (»Zeit Online«). Die Überväter des Genres sind die Böhsen Onkelz aus Hessen, eine Band mit rechter Vergangenheit und Liedern wie »Türken raus« - und entsprechender Fangemeinde bis in die Gegenwart. Neben den Zillertaler Schürzenjägern sind die Böhsen Onkelz die erklärten Vorbilder von Frei.Wild. Nach der Auflösung der Onkelz im Jahr 2005 haben Frei.Wild das entstandene Vakuum genutzt und sich von ihren deutschen Idolen emanzipiert - vorsichtige Kritik inklusive. Vor allem der Lebenswandel von Onkelz-Sänger Kevin Russell ist einigen Frei.Wild-Anhängern schwer vermittelbar. Angetrieben von Koks und Methadon hatte Russell 2009 mit 232 Stundenkilomet...


Wenn Sie ein Abo haben, loggen Sie sich ein:

Mit einem Digital-, Digital-Mini- oder Kombi-Abo haben Sie, neben den anderen Abo-Vorteilen, Zugriff auf alle Artikel seit 1990.

Bitte aktivieren Sie Cookies, um sich einloggen zu können.