Von Schild und Makkabi

»Sport im Abseits« - Henry Wahlig berichtet in seinem Buch über jüdische Selbstbehauptung in der NS-Zeit

  • Von Nora Goldenbaum
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Wissenschaftlich wurde der selbstorganisierte jüdische Sport in der NS-Zeit bislang vernachlässigt. Henry Wahlig hat das geändert - und regt zur weiteren Aufarbeitung an.

Dass ein Staatsoberhaupt, dessen Eltern stramme Nazis waren, jüdische Spiele eröffnen darf, gibt es nur in Deutschland. Sieben Jahrzehnte nach dem Sieg über das mörderische Regime, das die europäischen Juden »auslöschen« wollte, hat sich die jüdische Jugend Europas in der ehemaligen deutschen Reichshauptstadt im sportlichen Wettkampf gemessen. Am Dienstag endeten die 14. European Maccabi Games in Berlin. Ist damit ein Schlusspunkt gesetzt unter deutscher Schuld und jüdischem Trauma?

Rechtzeitig zum spektakulären Ereignis an einstigen Olympiastätten von 1936 erschien ein Buch über jüdischen Sport in Nazideutschland. Es will das fest ins Gedächtnis eingebrannte Bild von den Juden als passive und wehrlose Opfer einer schier übermächtigen Terrormaschinerie konterkarieren. »Dass Juden auch in dieser Zeit äußerer Verfolgung weiter einen ›normalen‹ Alltag aufrechterhielten, in dem sie Ablenkung, Optimismus und Freude suchten, ist in unse...


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