Verlorenes Wir-Gefühl

Robert Foltin schlägt eine weiten Bogen, um die Geschichte der Autonomen zu erzählen, bleibt aber eine griffige Definition der Bewegung schuldig

  • Von Florian Schmid
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Während über das vermeintliche Ende der Antifa diskutiert wird und sich Postautonome zur Großgruppe Interventionistische Linke zusammenschließen, erlebt die linke Szene ihre Historisierung in Buchform.

Bücher über die Geschichte der linksradikalen Bewegung zu schreiben, erfreut sich derzeit großer Beliebtheit. Ob das an dem immer wieder konstatierten vermeintlichen Ende der Antifa-Ära, einer generellen Neuausrichtung linker Bewegungspolitik angesichts der kapitalistischen Krisenagenda oder den Neuorganisierungen von weiten Teilen der Postautonomen liegt, sei dahingestellt. Bernd Langer widmete sich unlängst in seinem gleichnamigen Buch der Geschichte der »Antifaschistischen Aktion«. Der Berliner Ulrich Peters spürte in »Unbeugsam und Widerständig« auf umfangreichen 600 Seiten detailliert den letzten zweieinhalb Jahrzehnten linksradikaler Bewegungsgeschichte hierzulande nach. Und nun hat der Wiener Robert Foltin mit »Autonome Theorien - Theorien der Autonomen?« ein weiteres Buch vorgelegt, das auf ganz ähnliche Weise eine historisierende Introspektive linksradikaler Bewegungsgeschichte bietet. Denn allen Autoren ist gemein, dass sie s...


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