Rechte Demos von Polizei durchgesetzt

  • Von Sebastian Bähr
  • Lesedauer: 2 Min.
Am Montag gab es gleich zwei rechte Veranstaltungen. Nachdem die NPD am Nachmittag in Pankow eine Kundgebung abhielt, demonstrierte am Abend erneut Bärgida.

Es war ein langer Montag für Berliner Antifaschisten. In Blankenburg war die NPD mit elf Personen vor menschenleerer Kulisse aufmarschiert, um gegen im Bezirk lebende Roma zu protestieren. Rund 70 Antifaschisten demonstrierten gegen die Kundgebung. Danach ging es in Mitte weiter, wo das islamfeindliche Bündnis »Bärgida« vom Hauptbahnhof zum Brandenburger Tor lief.

Mit rund 80 Demonstranten versammelten die Rechten weniger Teilnehmer als auf bisherigen wöchentlichen Veranstaltungen. So waren sowohl die sich modern gebenden »Identitären« abwesend, wie auch viele Hooligans der ehemaligen Gruppe »Bündnis Deutscher Hools«, die sich nach eigenen Angaben aufgelöst hat.

Zu Beginn der Demonstration sang Heribert Eisenhardt, Vorstandsmitglied der AfD Lichtenberg und nach Recherchen des apabiz Bärgida-Mitorganisator, umgedichtete Lieder von Helene Fischer und den Ärzten. Als die Demo am Holocaustmahnmal vorbeizog und dabei das Deutschlandlied gespielt wurde, pfiffen zahlreiche Gegendemonstranten die Rechten aus. Mehrere Hundert beteiligten sich hier an den Gegenprotesten, zu denen das Bündnis NoBärgida aufgerufen hatte. Die Polizei schirmte diese jedoch weiträumig ab und setzte nach Berichten von Teilnehmern auch Pfefferspray ein.

»Bärgida« steckt derweil in einem Machtkampf mit der Dresdner Hauptorganisation Pegida. Diese erklärte, die Berliner Gruppe sei kein offizieller Ableger mehr und betreibt nach Selbstauskunft nun deren Facebook-Seite. Laut Sebastian Wehrhan von der mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus ist die Richtung, in die sich die Zerwürfnisse entwickeln werden, unklar: »Bisher versammelten sich bei Bärgida verschiedene Akteure des rechtsextremen und rechtspopulistischen Spektrums, deren gemeinsamer Nenner der Rassismus und der Hass auf Linke ist.« Dennoch machten sich die Unterschiede immer wieder bemerkbar, so Wehrhan. »Mediale Aufmerksamkeit und antirassistische Mobilisierungen verstärken den Druck, unter dem diese Auseinandersetzungen geführt werden.«

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