Westsächsische Rhythmusstörung

Freistaat fürchtet Folgen des VW-Desasters / Zwickau verhängt Haushaltssperre

  • Hendrik Lasch, Dresden
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Sachsen sieht sich als Autoland; allein VW hat hier über 10 000 Mitarbeiter sowie gut 200 Zulieferer. Diese wie etliche Kommunen fürchten die Folgen des Abgas-Skandals.

Vor wenigen Wochen wurde noch gefeiert: 25 Jahre VW in Sachsen. Ende Mai 1990 war in einem neuen Werk im heutigen Zwickauer Ortsteil Mosel ein erster weißer »Polo« vom Band gelaufen. Ihm folgten seither 4,8 Millionen VW-Autos. Zum Jubiläum verteilte der Konzern Geschenke - in Gestalt von Zusagen: 1,3 Milliarden Euro sollten bis 2019 im Freistaat investiert werden.

Die Ankündigung wird wohl Makulatur sein; der Konzern muss gerade Milliarden beiseite legen, um die Folgen des Abgasskandals zu bewältigen. Wie er die Krise übersteht, ist völlig offen. In Sachsen rechnet man vorerst nicht mehr mit Investitionen, sondern wappnet sich für schwierige Zeiten. Die Stadt Zwickau hat bereits eine Haushaltssperre verhängt.

Zwickau ist ohne Zweifel die VW-Stadt in Sachsen; 7900 Menschen arbeiten allein im Werk in Mosel. Montiert werden dort jedoch Komponenten, die viele Zulieferer in der Region herstellen. Gleiches gilt für das Motorenwerk, das VW in C...


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