»Es ist uns keine Ehre«

Konferenz kritisiert Freiwilligenarbeit als Lückenbüßer beim Abbau des Sozialstaates

  • Von Ulrike Henning
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Wer neue Strategien für Gesundheitssektor und Pflege entwickeln will, kommt um die Auseinandersetzung mit dem Ehrenamt nicht herum. Auf der »UmCare«-Konferenz wurde das Thema diskutiert.

Das Ehrenamt wird oft gepriesen, gerade jetzt wieder: Unbezahlte Helfer sollen all die Lücken stopfen, die der Staat in den letzten Jahren aufreißen ließ - und zu deren regulärer Schließung Bundes- und Länderregierungen nicht bereit scheinen. Die Versorgung der Flüchtlinge ist das aktuelle Beispiel. In der Pflege alter und kranker Menschen versuchen Freiwillige schon länger einiges von dem zu leisten, was die Professionellen nicht mehr schaffen können.

Gerade in Krisen wurde das Ehrenamt immer wieder entdeckt - daraufhin weist die Soziologin Tine Haubner aus Kassel hin. Wenn der Wohlfahrtsstaat unter Druck gerät und parallel keine Arbeitskräfte mehr für die Pflege zu rekrutieren sind, müssen andere Netzwerke herhalten. Die familiären jedoch, so auch die Historikerin Gisela Notz, sind völlig überlastet. Der Lückenbüßer Ehrenamt wird zwar durch ein entsprechendes »Stärkungsgesetz« 2013 gewürdigt und auch gut erforscht. Als Begriff t...


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