Bloß nicht so ’nen Loser!

Von gefühlskalten Machos und roher Sexualität: Hartz-IV-Klischees im Fernsehformat

  • Von Britta Steinwachs
  • Lesedauer: ca. 6.5 Min.

Die Massenmedien inszenieren die »Unterschicht« als lieblos und verroht - ein Ergebnis der Sozialstaatsdebatte. Ideologisch adressieren sie mit ihrer Reproduktion von Klischees vor allem die »Mittelschicht«

In den Massenmedien ist die Kulturalisierung der »Unterschicht« längst angekommen. Von der Comedyfigur Cindy aus Marzahn bis zu Kai Twilfers »Spiegel«-Bestseller »Schantall, tu ma die Omma winken« (2013) breitet sich ein zäher Klischeebrei über diverse Formate aus und will uns immer wieder anhand abstruser Einzelschicksale und Geschichten vor Augen führen: Die angeblich verkommene »Unterschicht« führt ein lasterhaftes Lotterleben fernab bürgerlicher Werte. Plakativ stellt sich medial dar, wie die »Unterschicht« sich angeblich kleidet, ernährt und was sie konsumiert. Doch wie liebt sie eigentlich?

Antworten darauf geben dem geneigten Publikum scheinbar authentische Fernsehformate wie »Familien im Brennpunkt« (RTL). Eine Folge präsentiert die Geschichte des Spencer Rotkowski, der seinen Berufstraum »Türsteher« verwirklichen will und dabei auf verschiedenen Ebenen kläglich scheitert. In einer Szene steht etwa eine junge Frau lässig a...


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