»... wo die Ordnung wiederhergestellt wird«

Mythos und Menetekel: die Räumung der Mainzer Straße 1990

  • Von Martin Kröger und 
Tom Strohschneider
  • Lesedauer: ca. 6.5 Min.

Was bleibt von der Hausbesetzerszene der Wendezeit? Mindestens die Erinnerung an die Mainzer Straße. Ein bisher unveröffentlichter Polizeibericht eröffnet neue Einblicke in die »Schlacht«.

Eindringphase
6.30 Uhr: Beginn der Maßnahmen. Eingesetzte Kräfte werden mit Signalmunition, Steinwürfen und Brandsätzen angegriffen. Beim Besteigen des Baugerüstes Frankfurter Allee wird Spezialeinsatzkommando von oben mit Brandsätzen beworfen. Militante Störer werden daraufhin auf den Dächern mit Tränengas beschossen.

So beginnt der »Verlaufsbericht der polizeilichen Maßnahmen aus Anlass der Hausräumungen in der Mainzer Straße« am 14. November 1990. Ein paar Stunden später ist alles vorbei. Der »Bürgerkrieg«, von dem später der damalige Berliner Polizeipräsident Georg Schertz sprechen wird, liest sich in dem bisher öffentlich nicht zugänglichen Protokoll wie eine Mischung aus Schlachtbericht und Farce.

Acht Seiten mit knappen Notizen darüber, wie Beamte ihre Dienstwaffe zücken, Hausbesetzer mit Zwillen schießen, »Schei...


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