BND wird von Snowden-Lawine überrollt

Belege häufen sich: Deutscher Auslandsgeheimdienst forschte Landsleute, Freunde und Verbündete aus

  • Von René Heilig
  • Lesedauer: ca. 2.0 Min.

Was immer die Kanzlerin auch geglaubt haben mag: Spionieren unter Freunden war (?) selbstverständlich - und der Bundesnachrichtendienst (BND) dabei besonders dreist.

Hansjörg Haber ist ein deutscher Top-Diplomat. Er hat beste Referenzen von der UNO und aus Brüssel, arbeitete an verschiedenen deutschen Botschaften, in Kairo sogar als Chef und in Ankara leitete er die der EU. Seine Frau ist Staatssekretärin im Innenressort. Man kann sich vorstellen, dass Gemeindienste gerne wissen wollen, was er weiß. Nur: Wenn der BND nicht schleunigst eine Anordnung der sogenannten G10-Kommission vorlegen und so das Bespitzeln von Haber rechtfertigen kann, wird es eng für BND-Präsident Gerhard Schindler. Denn als deutscher Staatsbürger ist Haber geschützt vor elektronischen Nachstellungen durch den deutschen Auslandsnachrichtendienst.

Es müsste mit dem Teufel zugehen, wenn Haber der einzige Deutsche auf der rund 900 Seiten starken Selektorenliste ist, die seit einigen Wochen im Kanzleramt zur Ansicht ausliegt - geheim, nur für PKGr. Nur Mitglieder dieses Bundestagsgremiums, das die Arbeit der Regierung mit den...


Wenn Sie ein Abo haben, loggen Sie sich ein:

Mit einem Digital-, Digital-Mini- oder Kombi-Abo haben Sie, neben den anderen Abo-Vorteilen, Zugriff auf alle Artikel seit 1990.

Bitte aktivieren Sie Cookies, um sich einloggen zu können.