Wahlkampf erreicht Kindergärten

Weil Elternbeiträge vielerorts explodieren, verfällt Sachsen-Anhalts Koalition in Aktionismus

  • Von Hendrik Lasch, Magdeburg
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Den Eltern in Sachsen-Anhalt drohen stark steigende Beiträge für die Kinderbetreuung - kurz vor der Wahl. Jetzt überbieten sich die Magdeburger Regierungsparteien SPD und CDU mit Vorschlägen zur Güte.

Eltern in Sachsen-Anhalt müssen ihre Kinder nicht nur lieb, sondern auch immer teurer sein. Flächendeckend steigen derzeit die Elternbeiträge in Kitas und Krippen. In Wittenberg gab es Pläne, für zehn Stunden Krippenbetreuung 345 statt 155 Euro zu verlangen, ein Anstieg auf 222 Prozent. Bernburg stellt dafür seit August 215 statt 175 Euro in Rechnung. Die Gebühren, räumte Sozialminister Norbert Bischoff (SPD) kürzlich in der »Mitteldeutschen Zeitung« ein, schienen »exorbitant zu steigen«.

Die Entwicklung hat sich lange abgezeichnet; die LINKE warnte bereits im Februar vor einer »zweiten Welle« der Kostensteigerungen. Die erste erfolgte 2013, als ein novelliertes Gesetz zur Kinderbetreuung in Kraft trat. Seither haben wieder alle Kinder Anspruch auf Ganztagsbetreuung. Die nötigen Mehrkosten, betonte das Ministerium damals, würden aber vom Land komplett übernommen.

Neu geregelt wurden freilich auch die Modalitäten der Bezahlung...


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