Rüge für Hoyerswerdas Pilzzucht

Rechnungshof warnt vor »Dominoeffekt« in der von Abwanderung geplagten Lausitzstadt

  • Hendrik Lasch, Dresden
  • Lesedauer: ca. 2.0 Min.

Kommunen entwickeln teils skurrile Ideen, um ihre wirtschaftliche Lage und die ihrer Tochterfirmen zu verbessern. Sachsens Rechnungshof warnt am Beispiel Hoyerswerdas vor Gefahren.

Hoyerswerda liegt im Osten, jedoch noch nicht im Fernen Osten. Für Liebhaber asiatischer Küche ist die Stadt in der Lausitz dennoch wichtig: Eine Tochter des kommunalen Energieversorgers produziert Shiitake-Pilze - 29 Prozent der gesamten deutschen Ernte. Bis nach Österreich werden die Pilze verkauft. In der Stadt verknüpft man mit dem ungewöhnlichen Betätigungsfeld große Erwartungen: Für die Jahre 2014 bis 2016 ging man jeweils von Produktionszuwächsen von 62 bis 78 Prozent aus. Mit den Einnahmen hoffte man, dem Energieversorger auf die Sprünge zu helfen.

Der Betrieb hätte das, wie auch andere Unternehmen der Stadt, bitter nötig. Hoyerswerda ist stark von Abwanderung betroffen. Seit 1990 hat die Stadt 48 Prozent ihrer Einwohner verloren; bis 2025 sollen es weitere 20 Prozent sein. Eine Folge: Es fehlen Einnahmen. Seit zehn Jahren ist der Haushalt nicht mehr ausgeglichen; viele Leistungen könnten nicht erbracht werden, wenn nicht ...


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