Unmut über Streit in Jüdischer Gemeinde

Junge Gemeindemitglieder fordern Neustart

  • Von Jérôme Lombard
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Vergiftetes Klima, Grabenkämpfe, wohl nicht koschere Wahlen: Damit machte die Jüdische Gemeinde zuletzt Schlagzeilen. Insbesondere jungen Gemeindemitgliedern wird das alles zu blöd.

»Wir müssen endlich wieder zu einer seriösen, politisch relevanten und moralisch integren Institution werden«, sagt Michael Groys. Dem 23-Jährigen merkt man das Politikstudium an. Seine Wortwahl ist bedacht. Er bringt Sachen auf den Punkt. Mit »wir«, damit meint er die Jüdische Gemeinde in der Hauptstadt. Groys ist jung, jüdisch und politisch engagiert. Er ist Mitglied bei den Jusos, fehlt bei keiner Demonstration gegen Antisemitismus und setzt sich leidenschaftlich für Israel ein. Innerhalb der Gemeinde gehört er zur Opposition gegen den am vergangenen Sonntag offiziell im Amt bestätigten alt-neuen Vorsitzenden Gideon Joffe. »Der Vorstand erfüllt seine politischen Aufgaben nicht. Den so wichtigen Kampf gegen Antisemitismus in unserer Gesellschaft lässt er schleifen. Es bleibt an uns jungen Leuten, sich zu engagieren«, bringt Groys seine Kritik auf den Punkt und spricht damit vielen Mitgliedern in Deutschlands größter jüdischer Gemeind...


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