Fälschte AfD Schlagzeile der «Abendzeitung»?

Münchner Zeitung geht gegen rechtspopulistische Partei vor / Überschrift über Facebook-Artikel zu Attacke auf Flüchtlingsunterkunft soll geändert worden sein

  • Lesedauer: 2 Min.

München. Die «Abendzeitung» München leitet nach einer manipulierten Schlagzeile auf Facebook rechtliche Schritte gegen die rechtspopulistische AfD ein. «Wir sind empört über die Verfälschung unserer Überschrift», sagte der stellvertretende Chefredakteur Timo Lokoschat am Dienstag und bestätigte entsprechende Berichte. «Wir sehen eine Urheberrechtsverletzung und prüfen außerdem, ob die AfD die Unternehmenspersönlichkeitsrechte der ‘Abendzeitung’ verletzt hat.»

In einer Erklärung der «Abendzeitung» hieß es wenig später: «Dieses Mal lässt sich kaum ein ‘Mausrutscher’ als Erklärung heranziehen. Was die AfD mit der Überschrift der AZ gemacht hat, setzt dreiste und bewusste Manipulationsabsicht voraus.» Dabei sei es völlig unerheblich, welchen politischen Hintergrund die Jugendlichen im betreffenden Fall gehabt haben mögen. «WIR machen unsere Überschriften, nicht die AfD!»

Nach Angaben der Zeitung hat die AfD Nürnberg die Überschrift eines Berichts über einen versuchten Brandanschlag auf ein Münchner Asylbewerberheim auf Facebook gefälscht. Im Original-Artikel hieß es demnach: «Jugendliche wollten Flüchtlingsheim in Brand stecken.» Die AfD machte daraus: «Polizei erwischt Linksextreme bei Brandstiftung in Asylbewerberheim!»

Bei der AfD Bayern war zunächst niemand zu erreichen, laut «Abendzeitung» erklärte sie ihre Manipulation so: «Wir finden es sehr bedauerlich, dass Medien meist keine Aufklärungsarbeit betreiben, sondern verschleiern, wie auch in diesem Artikel.» Unter dem manipulierten Beitrag auf Facebook häuften sich empörte Kommentare über die AfD-Aktion wie «Wie war das mit der »Lügenpresse!?« oder »Lügenpresse selbstgemacht.« dpa/nd

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