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Die Nerven des Ulrich Grillo

Guido Speckmann über die Angst des BDI-Chefs, dass TTIP scheitern könnte

  • Von Guido Speckmann
  • Lesedauer: 1 Min.

Ulrich Grillo hat Nerven. Das muss man dem Vorsitzenden des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) lassen. In einem Beitrag für das »Handelsblatt« befürchtet er, dass die Regierung ein Jahr vor der Bundestagswahl eben diese nicht behält. Der Grund: Berlin ergreife viel zu wenig Partei für den Freihandel und insbesondere für das transatlantische Freihandelsabkommen TTIP. »Vereinfacher« und »Angstmacher« geben, so Grillo, den Ton an. Offenbar bis in die Regierung. Denn er bedauert, dass Politiker viel zu wenig Werbung für TTIP machen.

Werbung? Ein Episode aus dem März letzten Jahres illustriert, was der BDI darunter versteht. Die Organisation Foodwatch deckte auf, dass das TTIP-Werbematerial des Unternehmerverbandes mit falschen Aussagen operierte. Wirtschaftliche Effekte wie die Zunahme des Pro-Kopf-Einkommen waren zehn Mal größer dargestellt worden. Der BDI korrigiert seine Aussagen, auch ein Interview Grillos wurde berichtigt. Vielleicht sollte sich dieser einmal die Frage stellen, ob seine Vereinfachungen und Fehlinformationen etwas mit der Skepsis in der Bevölkerung gegenüber dem Abkommen mit den USA zu tun haben. Stattdessen jedoch erneut mehr Werbung einzufordern, zeugt von erstaunlicher Nervenstärke. Und es ist Ausdruck der Sorge, dass die TTIP-Verhandlungen scheitern könnten.

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