Trotz »Black-out« Spitze

Schachspieler Niclas Huschenbeth Hamburgs Sporttalent des Jahres

Ungewöhnliche Auszeichnung für einen jungen Schachspieler: Der 14-jährige NICLAS HUSCHENBETH wurde in Hamburg zum Sporttalent des Jahres gewählt. Mit dem Nachwuchsstar von der Elbe spricht ND-Mitarbeiter RENÉ GRALLA.

ND: »Talent des Jahres« im Sport: Was hat Schach mit Sport zu tun?
Huschenbeth: Klar, im Schach bewegt man sich nicht. Auf jeden Fall ist Schach aber ein Denksport; während ich mir überlege, wie ich die Figuren ziehe, gehen Vorgänge im Gehirn ab. Außerdem muss ich mich am Brett voll konzentrieren, und das kann sehr anstrengend sein. Zieht sich eine Partie über fünf Stunden hin, bin ich hinterher meist richtig geschlaucht.

Treiben Sie dafür Ausgleichssport wie Weltmeister Wladimir Kramnik?
Im vergangenen Jahr habe ich Tischtennis gespielt, neuerdings gehe ich ins Fitnessstudio. Außerdem treffe ich mich am Wochenende mit Freunden zum Fußball.

Im Rennen um den Titel »Talent des Jahres« waren Konkurrenten aus den Sparten Rudern, Schwimmen, Radsport und Trampolin.
Ich hatte nicht erwartet, den ersten Platz zu machen, die Entscheidung der Jury hat mich überrascht. Schließlich ist Schach kein massenpopulärer Sport.

Setzt Ihre Wahl zum »Talent des Jahres« deswegen ein Zeichen - dass Schach als Sport tatsächlich ernst zu nehmen ist?
Ich will das nicht überbewerten, aber das kann vielleicht schon eine gewisse Signalwirkung haben.

Bei der Jugend-WM 2006 im georgischen Batumi verfehlten Sie nur knapp den Titelgewinn in der Altersgruppe U-14. Was ist schief gelaufen?
In der letzten Runde habe ich leider einen Black-out gehabt.

In der kommenden Saison sollen Sie für den Traditionsverein HSK, den »Hamburger Schachklub von 1830«, in der Bundesliga starten.
Es sieht recht gut aus, dass ich diese Chance bekommen werde. Zumal der HSK den Klassenerhalt so gut wie sicher geschafft hat.

Sie wären der jüngste Erstligaspieler in der HSK-Geschichte. Entsprechend steigt der Erwartungsdruck: Belastet Sie das?
Nein. Ich freue mich schon auf die besondere Atmosphäre und die starken Gegner in der Bundesliga.

Sie könnten der nächste Großmeister sein, der aus Hamburg kommt, so die Prognosen von Experten.
Na ja, da muss ich erst einmal schauen. Ich kann das schaffen, aber das bedeutet noch viel Arbeit.

Hochleistungsschach ist zeitintensiv. Wie lange trainieren Sie pro Tag?
Im Schnitt wenigstens 30 Minuten, das ist das Minimum.

Klingt ziemlich überschaubar.
Okay, aber wenn ich das durchziehe, bringt das auch etwas.

Streben Sie eine Karriere als Schachprofi an?
Eher nicht. Mit Schach kann man - abgesehen von den Topleuten - kein richtiges Geld verdienen.

Weltmeister Kramnik hat 500 000 Dollar Antrittsgeld kassiert für sein Duell mit dem Supercomputer »Deep Fritz«
Kramnik ist eben auch die absolute Weltspitze. Und ich weiß nicht, ob ich jemals so gut werde.

Schach ist Ihre erste Leidenschaft. Sie sind auch Fan des HSV - und das ist momentan kein Spaß.
Eigentlich hatte ich erwartet, dass sich der HSV gegenüber der vorigen Saison noch steigern würde. Und dann dieser Einbruch: Ich verstehe das nicht.

Glauben Sie, dass der HSV in der Bundesligarückrunde das Ruder herumreißen kann?
Ich denke schon. Obwohl meine Zweifel wachsen.ND: »Talent des Jahres« im Sport: Was hat Schach mit Sport zu tun?
Huschenbeth: Klar, im Schach bewegt man sich nicht. Auf jeden Fall ist Schach aber ein Denksport; während ich mir überlege, wie ich die Figuren ziehe, gehen Vorgänge im Gehirn ab. Außerdem muss ich mich am Brett voll konzentrieren, und das kann sehr anstrengend sein. Zieht sich eine Partie über fünf Stunden hin, bin ich hinterher meist richtig geschlaucht.

Treiben Sie dafür Ausgleichssport wie Weltmeister Wladimir Kramnik?
Im vergangenen Jahr habe ich Tischtennis gespielt, neuerdings gehe ich ins Fitnessstudio. Außerdem treffe ich mich am Wochenende mit Freunden zum Fußball.

Im Rennen um den Titel »Talent des Jahres« waren Konkurrenten aus den Sparten Rudern, Schwimmen, Radsport und Trampolin.
Ich hatte nicht erwartet, den ersten Platz zu machen, die Entscheidung der Jury hat mich überrascht. Schließlich ist Schach kein massenpopulärer Sport.

Setzt Ihre Wahl zum »Talent des Jahres« deswegen ein Zeichen - dass Schach als Sport tatsächlich ernst zu nehmen ist?
Ich will das nicht überbewerten, aber das kann vielleicht schon eine gewisse Signalwirkung haben.

Bei der Jugend-WM 2006 im georgischen Batumi verfehlten Sie nur knapp den Titelgewinn in der Altersgruppe U-14. Was ist schief gelaufen?
In der letzten Runde habe ich leider einen Black-out gehabt.

In der kommenden Saison sollen Sie für den Traditionsverein HSK, den »Hamburger Schachklub von 1830«, in der Bundesliga starten.
Es sieht recht gut aus, dass ich diese Chance bekommen werde. Zumal der HSK den Klassenerhalt so gut wie sicher geschafft hat.

Sie wären der jüngste Erstligaspieler in der HSK-Geschichte. Entsprechend steigt der Erwartungsdruck: Belastet Sie das?
Nein. Ich freue mich schon auf die besondere Atmosphäre und die starken Gegner in der Bundesliga.

Sie könnten der nächste Großmeister sein, der aus Hamburg kommt, so die Prognosen von Experten.
Na ja, da muss ich erst einmal schauen. Ich kann das schaffen, aber das bedeutet noch viel Arbeit.

Hochleistungsschach ist zeitintensiv. Wie lange trainieren Sie pro Tag?
Im Schnitt wenigstens 30 Minuten, das ist das Minimum.

Klingt ziemlich überschaubar.
Okay, aber wenn ich das durchziehe, bringt das auch etwas.

Streben Sie eine Karriere als Schachprofi an?
Eher nicht. Mit Schach kann man - abgesehen von den Topleuten - kein richtiges Geld verdienen.

Weltmeister Kramnik hat 500 000 Dollar Antrittsgeld kassiert für sein Duell mit dem Supercomputer »Deep Fritz«
Kramnik ist eben auch die absolute Weltspitze. Und ich weiß nicht, ob ich jemals so gut werde.

Schach ist Ihre erste Leidenschaft. Sie sind auch Fan des HSV - und das ist momentan kein Spaß.
Eigentlich hatte ich erwartet, dass sich der HSV gegenüber der vorigen Saison noch steigern würde. Und dann dieser Einbruch: Ich verstehe das nicht.

Glauben Sie, dass der HSV in der Bundesligarückrunde das Ruder herumreißen kann?
Ich denke schon. Obwohl meine Zweifel wachsen.

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