Spektakulär saniert

Programm zum Tag der Städtebauförderung am 13. Mai vorgestellt

  • Von Andreas Fritsche
  • Lesedauer: 3 Min.

Am 13. Mai gibt es bundesweit den Tag der Städtebauförderung und Brandenburg beteiligt sich mit Veranstaltungen in 33 Städten. Die Bürger haben dabei die Gelegenheit, »ihre Stadt neu zu entdecken«, sagte Infrastrukturministerin Kathrin Schneider (SPD) am Freitag bei einem Pressefrühstück in der Potsdamer Staatskanzlei. Man wolle bei der Gelegenheit auch dafür werben, dass sich die Bürger »in die Planungsprozesse zu wichtigen Vorhaben einbringen«. So könnten Konflikte frühzeitig erkannt und beseitigt werden. Das stärke das Gemeinwesen.

In Perleberg wird am 13. Mai von 14 bis 16 Uhr der alte Judenhof an der Parchimer Straße 6a vorgestellt. Vom Grundriss her handelt es sich um den einzigen komplett erhaltenen Judenhof in Nordeuropa, wie Bürgermeisterin Annett Jura (parteilos) betonte. Ein sensationeller Fund alter Balken hat ergeben, dass der Hof schon zur Zeit der Stadtgründung im 13. Jahrhundert angelegt wurde. Es fehlen allerdings historische Ansichten, so dass über das tatsächlich Aussehen im Mittelalter nur spekuliert werden kann. Ein Gebäude diente zuletzt als Doppelgarage und wurde bis Mai vergangenen Jahres in ein futuristisch anmutendes Besucherzentrum verwandelt. 255 000 Euro kostete alles zusammen. Es gab Fördermittel in Höhe von 137 000 Euro. Lesungen und Konzerte finden hier statt. Ein Kulturverein kümmert sich darum. Das Anliegen: Die Rolle von Juden in der Stadtgeschichte wieder ins Bewusstsein zu rufen. Zum Programm des am Ufer der Stepenitz gelegenen Judenhofs gehört in der laufenden Saison die Auseinandersetzung mit Christentum, Judentum und Islam. Zum Auftakt am 12. Mai um 18.30 Uhr erleben die Besucher Improvisationstheater von und mit Jalda Rebling. Gezeigt wird das Stück »Lob des Unterschieds«.

Falkenberg/Elster stellt beim Tag der Städtebauförderung das letzte Projekt der Innenstadtsanierung vor, die »Von-Schönberg-Gasse«. Nach Angaben von Bürgermeister Herold Quick (parteilos) gehört diese Gasse zum denkmalgeschützten Areal des ehemaligen Ritterguts. Bei einem Rundgang werden am 13. Mai von 14 bis 16 Uhr die wichtigsten Gebäude gezeigt, die in den vergangenen Jahren für rund 8,2 Millionen Euro saniert worden sind.

In Potsdam lädt die Stadt ab 14 Uhr zum Neuendorfer Anger und in die Neuendorfer Kirche ein. Dort hält Andreas Klitschke um 15 Uhr und um 17 Uhr Vorträge zur Geschichte des Angers. Um 16 Uhr und um 18 Uhr soll es geführte Spaziergänge durch das Sanierungsgebiet Babelsberg geben. In Senftenberg sind von 10 bis 14 Uhr »Gespräche am Bauzaun« der ehemaligen, teilweise leerstehenden Realschule an der Schulstraße 10 geplant. In Strausberg präsentiert das Büro Blau das Nutzungskonzept zum Neubau eines Bürgerzentrums im Stadtteil Hegermühle.

Es gibt verschiedene Bundesprogramme für den Stadtumbau, den Denkmalschutz, die Grünanlagen und andere Aspekte der Städtebauförderung mit einem Gesamtvolumen von 790 Millionen Euro. Auf Brandenburg entfallen davon im laufenden Jahr 52,9 Millionen Euro. Ergänzt um Mittel des Landes werden ungefähr 106 Millionen Euro zur Verfügung stehen. Im vergangenen Jahr sind in Brandenburg 77,3 Millionen Euro Bundes- und Landesmittel an 73 verschiedene Städte und Gemeinden ausgereicht worden.

tag-der-staedtebaufoerderung.de

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