Bushs Krake

  • Von Frank Wehner
  • Lesedauer: ca. 1.0 Min.
In Trokavec wurde »Radar« Unwort des Jahres. Doch Tschechiens Europaminister Vondra tröstet die aufgeschreckten Bewohner jenes Dorfes, in dessen Nähe eine Anlage der US-Raketenabwehr errichtet werden soll: Es gehe ja nur um etwas Wald, bloß Pilzsammler würden gestört. Man sehe es ihm nach, auf weltpolitischer Ebene wird auch nicht geistvoller argumentiert. US-Emissäre verkünden unentwegt, besorgt sein müsse keiner, gestört würden nur Iran und Nordkorea. Beim Bundesverteidigungsminister, der nicht so klar die Sache sieht wie böhmische Bauern, finden sie auch Glauben. Doch mancher andere hat ein weniger heiteres Gemüt.Zumal das US-System wie ein Krake sich verbreitet. Neben Polen und Tschechien werden Großbritannien und der Kaukasus einbezogen, Und da die Koreaner, unberechenbar, wie sie nun einmal sind, auch von der Adria her attackieren könnten, soll, so verlangt es nun der NATO-Chef, der Balkan desgleichen unter den Schirm. Wahrlich viel Ehre, die man Raketendilettanten wie Teheran und Pjöngjang erweist. So viel, dass völlig klar ist: Es geht um größere Beträge. Und das bedeutet, schon das Reden über die Raketenpläne vergiftete die Atmosphäre, wie Putins Münchner Auftritt zeigte. Abrüstungsabkommen wie der INF-Vertrag werden ausgehebelt, und aus strategischen Partnern, zu denen sich die USA und Russland mal erklärten, könnten Partner im Rüst...

Wenn Sie ein Abo haben, loggen Sie sich ein:

Mit einem Digital-, Digital-Mini- oder Kombi-Abo haben Sie, neben den anderen Abo-Vorteilen, Zugriff auf alle Artikel seit 1990.

Bitte aktivieren Sie Cookies, um sich einloggen zu können.