Spätes Werben für vereinte Planungen

  • Tomas Morgenstern
  • Lesedauer: 2 Min.

Mehr Nachbarschaft, mehr Gemeinsamkeit sowie mehr Öffentlichkeit und Bürgerbeteiligung sollen ab sofort die Entwicklung des Schönefelder Flughafenfeldes besser voranbringen. Darum ging es am Freitag beim 18. Dialogforum Airport Berlin-Brandenburg in Ludwigsfelde (Teltow-Fläming).

Es ist »fünf vor zwölf« für die Anrainer des neuen Hauptstadtflughafens, denn bis zur Inbetriebnahme des BER bleiben noch gut vier Monate. Das war den Vertretern der im Forum kooperierenden acht Gemeinden, vier Städte, drei Berliner Bezirke, drei Brandenburger Landkreise, der beiden Landesregierungen und der Flughafengesellschaft FBB nur allzu bewusst. Auch, dass den Takt bei der Formulierung von Infrastrukturfragen rund um den BER in jüngster Zeit fast ausschließlich die FBB-Geschäftsführung vorgegeben hat. Das Forum, das zuletzt im Dezember getagt hatte, hatte erst kurz vor Ausbruch der Coronakrise einen Neustart versprochen. Künftig wolle man mehr Druck machen. Als Kommunale Arbeitsgemeinschaft (KAG) sollten mehr Professionalität und Transparenz Einzug halten.

Die nun Versammelten hätten erneut den Willen zur Gemeinsamkeit bei der Bewältigung der anstehenden Aufgaben bekräftigt, erklärte Alfred Reichwein, Vorsitzender des Dialogforums. »Es gibt eine große Aufgabe, das ist die Gestaltung der Flughafenregion in einem wirtschaftlich hochinteressanten Umfeld zwischen Hauptstadt, BER und der zu erwartenden Ansiedlung von Tesla«, sagte er. »Und in diesem Umfeld geht es darum, dass die Kommunen gemeinsam mit den Ländern Berlin und Brandenburg sowie dem Flughafen die Gestaltungsaufgabe wahrnehmen.« Das bedeute, Wachstum so zu gestalten, dass es sowohl den Gemeinden als auch der Natur und Umwelt eine gute Entwicklung ermögliche.

Das Forum habe trotz der Corona-Pandemie die Arbeit an ihren Kernthemen fortgesetzt. Dabei sei es vor allem um die »Steuerung der Gewerbe-, Wohnraum-, Verkehrs- und Freiraumentwicklungen im Umfeld des BER« gegangen. Alle Mitglieder arbeiteten intensiv an der Fortschreibung des Gemeinsamen Strukturkonzeptes für den Zeitraum bis 2030 sowie an der Umsetzung der im vergangenen Herbst fertiggestellten Verkehrsstudie, die der öffentlichen Verkehrsinfrastruktur Priorität einräumt. Neu geschaffen habe man nunmehr eine spezielle Arbeitsgruppe, die sich um Öffentlichkeitsarbeit und Bürgerbeteiligung kümmern soll. Die Entwicklung der Region brauche gerade nach Inbetriebnahme des BER, wenn der Flugbetrieb und der damit verbundenen Beeinträchtigungen durch die Menschen auch erfahrbar werde, mehr Öffentlichkeit.

Aus Sicht des Forums ist die Flughafenregion längst eine Erfolgsgeschichte geworden. In den kommenden zehn Jahren rechne man mit 40 000 zusätzlichen Einwohnern sowie 85 000 neuen Arbeitsplätzen.

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