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Erst mal nur auf Probe

Simon Poelchau über den Aufstieg von Delivery Hero in den DAX

  • Von Simon Poelchau
  • Lesedauer: 1 Min.

Lange Zeit gab es im Osten keine großen Konzerne. Bis dieses Jahr hatten alle 30 DAX-Unternehmen ihren Sitz in Westdeutschland. Im Juni durfte erst die Deutsche Wohnen in den Club der größten Aktiengesellschaften, nun folgt die Lieferdienst-Plattform Delivery Hero.

Beide Unternehmen stehen indes in der Kritik. Die Deutsche Wohnen wegen ihrer Rolle als Treiberin bei der Mietenexplosion; Delivery Hero ist für viele Inbegriff der Schattenseiten des digitalen Kapitalismus, der auf der einen Seite einige Wenige unglaublich reich macht, andererseits für schlechte Arbeitsbedingung und Gewerkschaftsfeindlichkeit steht.

Ob sich Delivery Hero im DAX halten kann, steht auf einem anderen Blatt. Ob ein Konzern im DAX ist, hängt vom Marktwert ab. Und der richtet sich letztlich danach, ob das Unternehmen profitabel ist. Bisher spielte dies bei Delivery Hero noch keine Rolle, weil es in einer Zeit gegründet wurde, in der Investoren jedes Start-up mit Geld »zuschissen«, das einen einigermaßen durchdachten Business Plan vorweisen konnte. Doch mit Corona hat sich dies geändert. Irgendwann werden die Investoren eine Dividende sehen wollen. Delivery Hero muss jetzt also schaffen, was es bisher noch nicht schaffte: Gewinn machen. Insofern ist es erst mal nur auf Probe im DAX.

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