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»Gold kann man eben nicht essen«

Dr. Schmidt erklärt die Welt

  • Christof Meueler und Steffen Schmidt
  • Lesedauer: 3 Min.
»Gold kann man eben nicht essen«

Wer es sich leisten kann, soll in Gold investieren, heißt es immer in Wirtschaftskrisen, auch jetzt wieder. Ist Gold wirklich so sicher?

Sicherlich hat man Vorteile, wenn man Dinge besitzt, die selten sind. Betrachtet man aber die Nachkriegszeit oder die Inflation der 1920er Jahre, dann konnte man für Gold zwar Lebensmittel eintauschen, aber meistens zu einem Preis, der in keinem Verhältnis stand zu jenem, den es einstmals gekostet hatte. Gold kann man eben nicht essen. Obwohl man Gold sehr wohl in Lebensmitteln vorfinden kann: Es gibt tatsächlich so einen Schwachsinn im Luxusbereich, dass irgendwelche Süßwaren vergoldet werden. Oder eine Currywurst auf Sylt. Und dann gibt es natürlich noch Schnaps, in dem Blattgold drin ist: Goldwasser.

Und das Gold, das man sich in die Löcher der kariösen Zähne stopft?

Echtes Gold, allerdings in der Regel legiert mit anderen Metallen, weil Gold allein zu weich ist. Da fahre ich mit meinem preislich günstigeren und wesentlich härteren Titan besser.

Und der Dollarpreis ist auch zu weich? Seit der Goldstandard in den 70er Jahren aufgehoben wurde?

Nö, nominell ist Gold teurer geworden, seit die USA die Golddeckung des Dollars aufgegeben haben, weil sie ihre Staatsverschuldung in eine Größenordnung getrieben hatten, bei der diese Deckung nicht mehr zu halten war.

Goldgewinnung ist doch umweltschädlich?

Ja, eine ziemliche Sauerei. Weil man für ein paar Gramm Gold etliche Tonnen Gestein aus der Erde graben muss. Und die Goldsucher im Amazonas-Urwald benutzen Quecksilber, um das Gold aus dem Gestein zu holen. Nicht besser ist das industrielle Verfahren, bei dem das goldhaltige Material mit Zyanid ausgelaugt wird. Alles hochgiftig.

Und das alles für Schmuck.

Nicht nur. In einem Computer-Board sind viele Kontakte vergoldet. Das sind zwar keine großen Mengen, aber es stecken in jedem Handy, in jedem Computer durchaus auch ein paar Milligramm Gold drin.

Aber Fort Knox in den USA mit seinen Goldschätzen hat ausgedient?

Da ist Gold drin, aber man kann damit keine Währung mehr decken. Der alte James-Bond-Film »Goldfinger«, in dem Fort Knox radioaktiv verseucht werden soll, ist überholt. Um die Weltwirtschaft durcheinanderzubringen, ist der Plan aus einem anderen Bond-Film - übrigens auch mit »Gold« im Titel, nämlich »Golden Eye« - erfolgversprechender: Da soll mithilfe eines elektromagnetischen Pulses, also einer Atomwaffe, die in der Erdumlaufbahn gezündet wird, die Elektronik plattgemacht werden. Übrigens fliegt Gold im All fein verteilt herum, entstanden bei Sternexplosionen. Da kommt man aber nicht ran.

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