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Waldbrände begleiten die Hitzewelle

Nördlich von Berlin befand sich Feuerwehr im Dauereinsatz

  • Von Tomas Morgenstern
  • Lesedauer: 3 Min.

Oberkrämer. Angesichts anhaltender Trockenheit, Hitze und bisweilen stark böiger Winde wächst in Brandenburg die Gefahr von Waldbränden. Den dritten Tag in Folge kämpften am Sonntag Feuerwehrleute bei Bötzow (Oberhavel) im Nordwesten von Berlin gegen den bislang größten Waldbrand in dieser Saison im Land. Das Feuer war am Freitag auf einem zehn Hektar großen Areal ausgebrochen. Die Einsatzkräfte hatten es mit mehreren Brandherden zu tun. Vereinzelt einsetzende Regenschauer am Samstagnachmittag führten zu keiner Entspannung der Situation. Der Brand sei noch nicht gelöscht, sagte ein Sprecher der Regionalleitstelle am Sonntagvormittag.

Behindert werden die Arbeiten dadurch, dass das Gebiet munitionsbelastet ist. Deshalb sollte wie am Vortag ein Hubschrauber der Bundespolizei die Einsatzkräfte aus der Luft beim Löschen unterstützen. Die Wasserentnahme erfolgt aus einem nahe gelegenen See. Dass dort Munition explodieren kann, sei nicht ausgeschlossen, die Sicherheit der Feuerwehrleute gehe vor, hieß es. Die »Märkische Allgemeine Zeitung« hatte von wiederholten Detonationen berichtet.

Auf der Suche nach Glutnestern überflog am Sonntag zunächst ein Beobachtungshubschrauber der Landespolizei mit einer Wärmebildkamera das Gebiet. Bei einer Vermessung aus der Luft wurden weiterhin fünf Hektar brennende Fläche ausgemacht. 27 Feuerwehrleute, zwei Forstmitarbeiter, Sanitäter und Polizei waren im Einsatz.

Zudem gab es landesweit auch eine Anzahl kleinerer Brände, die aber alle gelöscht wurden, wie der Waldbrandbeauftragte des Landes, Raimund Engel, mitteilte. Am Freitag hatte es in Niedergörsdorf (Teltow-Fläming ) an der Grenze zu Sachsen-Anhalt auf drei Hektar gebrannt. Die Restlöscharbeiten zogen sich bis in den Samstag. Mittlerweile sei die Fläche den Waldbesitzern übergeben worden, sagte Engel. Er zeigte sich zufrieden, dass die Waldbrand-Früherkennung funktioniert habe. In Brandenburg arbeiten zwei Waldbrandzentralen in Zossen (Teltow-Fläming) und Eberswalde (Barnim). Innerhalb weniger Minuten können deren Mitarbeiter Informationen über Brände an die jeweiligen Leitstellen in den Regionen weitergeben.

In den Landkreisen Märkisch-Oderland, Oder-Spree und Spree-Neiße galt am Sonntag nach Angaben des Umweltministeriums landesweit die höchste Waldbrandwarnstufe 5, sonst meistens Stufe 4.

Die Trockenheit beeinträchtigt auch die Fließgewässer im Süden Brandenburgs. Spree und Schwarze Elster führen zu wenig Wasser. Bei beiden Flüssen sei ein deutlicher Rückgang der Abflüsse zu verzeichnen, teilte die länderübergreifende Arbeitsgruppe »Extremsituation« am Freitag mit. Sie hat mit Blick auf die zurückliegenden Trockenjahre ihre Arbeit wieder aufgenommen. Neben Temperaturen von zum Teil über 30 Grad Celsius fiel im Juni bisher deutlich zu wenig Regen. Allerdings hätten die sächsischen Speicher in den Wintermonaten ihr Stauziel erreichen und zur Stützung der Spree für Brandenburg und Berlin beitragen können.mit dpa

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