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Schnell und richtig

Professor, Wunderkind und die Zahlenakrobatik

  • Von MIKE MLYNAR
  • Lesedauer: 2 Min.

MIKE MLYNAR

Dass Schach unter Logik firmiert, ist üblich. Aber Mathematik als Wettkampfsport? Auch diese Symbiose hat begeisterte Liebhaber und Akteure. Hierzulande wäre als exponierter Vertreter etwa der Informatiker Gert Mittring zu nennen, mehrfacher Weltmeister im Kopfrechnen. Zu seinem erstem Titel kam er, nach dem es ihm gelang, die 13. Wurzel aus einer hundertstelligen Zahl in 13,3 Sekunden im Kopf und ohne Hilfsmittel zu ziehen.

Schon im Altertum soll es im Kopfrechnen, wie ja auch bei Gesang oder Tanz, olympiaähnliche Wettstreite gegeben haben. Die betreffenden Zahlenakrobaten glänzten und glänzen aber eher zirzensisch denn akademisch. Die Psychologie ordnet sie unter Inselbegabungen ein.

Aber es gab auch Ausnahmen. Zu denen gehört u.a. der irische Professor Sir William Rowan Hamilton (1805 -1865). Er war mit 22 Jahren bereits Professor und Leiter der Sternwarte von Dublin. Er erfand u.a. die Quaternionen, ein Zahlenbereich, der später einmal sogar die Relativitätstheorie mathematisch abrunden sollte. Dieser Hamilton war ein Wunderkind, das zehnjährig den Homer auswendig kannte, als Student bereits 13 Sprachen beherrschte. Und hinzu eben noch eine Kopfrechenausnahme war.

Allerdings auch nur unter »echten« Mathematikern. Im direkten Wettstreit mit dem 13-jährigen englischen Zahlenakrobaten Zerah Colburn (1804-1839) scheiterte er klar. Denn der hatte letztlich wohl mehr Kniffe und Tricks drauf. Sicher auch so ganz bodenständige, wie die, die man bei diesen Aufgaben parat haben sollte, um schnell und richtig zu sein:

- Was steht als Endergebnis der Aufgabe 99-97+95-93+ … +3-1?

- Ein Term lautet x² -36x + 63, wie das Ergebnis, wenn x gleich 37?

- Wie heißen die Faktoren, wenn das Produkt zweier zweistelliger Zahlen nur aus Vieren besteht?

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