• Wissen
  • Dr. Schmidt erklärt die Welt

Warum essen wir so viele Chips?

Kohlehydrate, Fett, Salz und Geschmacksverstärker haben Wirkung

  • Von Christof Meueler und Steffen Schmidt
  • Lesedauer: 3 Min.
Warum essen wir so viele Chips?

In den Supermarkt-Regalen gibt es immer mehr Kesselchips. Sie scheinen mir knuspriger zu sein als die anderen Chips. Was ist der Trick?

Ich glaube nicht, dass sie knuspriger sind. Aber sie sind in der Regel etwas dicker, manchmal enthalten sie auch noch die Schale, sodass man wirklich überzeugt sein darf, dass es sich um geschnittene Kartoffeln handelt.

Und glaubst du das auch?

Davon gehe ich inzwischen aus. Ich war ja lange der Meinung, dass ein Großteil der bekannten Chips-Sorten aus obskuren Ersatzsachen besteht. Wie bei den sogenannten Stapelchips, wo die Kartoffeln alle durchgematscht werden und dann der Kartoffelbrei in Scheibchen aus dem Extruder kommt, bevor die frittiert werden. Na ja, wenn man so im Kleingedruckten von diesen Sachen liest, dann frage ich mich: Wozu braucht ein Chip Hefeextrakt?

Und was ist deine Vermutung?

Das ist einfach nur ein netteres Wort für Geschmacksverstärker. Und da ja ein Großteil der Chips-Varianten mit allen möglichen Gewürzmischungen zum Teil recht exotischer Art gemacht wird … zum Beispiel Hühnchen-Thymian.

Hühnchen-Thymian? Aha.

Keine Ahnung, was das soll. Ich frage mich auch, wie Hühnchen-Aroma hergestellt wird. Insofern hatte ich eigentlich immer den Eindruck, dass Chips ziemlich synthetisch sind. Das ist einer der Gründe, warum ich relativ frühzeitig auf …

… warum du Biochips umgestellt hast?

Ja, genau. Aber die Biochips schmecken tatsächlich nach Kartoffeln. Ich bin auch kein Anhänger dieser Gewürz-Chips. Schon die Paprika-Dinger, die schmecken ja nach allem Möglichem, nur nicht unbedingt nach Paprika.

Welche isst du dann?

Nur die mit Salz, weiter nix.

Glaubst du, dass die Kesselchips tatsächlich aus dem Kessel kommen?

In vielen Fällen schon. Zumindest bei der einen Bio-Variante, die ich als Erstes wahrgenommen habe. Denn die gaben sogar an, wer gerade den Kessel bedient hat.

Wie? Der Name oder was?

Ja, das stand auf der Tüte. Da stand, das war von Sowieso gekocht. »Gekocht« ist in dem Falle allerdings ein recht eigentümliches Wort. Zwar handelt es sich um einen Kessel, in dem man ja durchaus kochen könnte. Aber wenn die Chips in 150 Grad heißem Fett schwimmen – kochen würde ich das nicht mehr nennen.

Weißt du, warum man einen Chip isst und dann die halbe Packung essen muss? Als würde der eine die anderen in den Mund befehlen.

Also, ich denke mal, dafür bräuchtest du noch nicht mal die Geschmacksverstärker, das tut in der Regel schon das Salz. Es gibt auch die Hypothese, es läge am Verhältnis von Fett und Kohlehydraten.

Für meinen Geschmack ist »Salt & Vinegar« sowieso am besten.

Das ist eine der furchtbaren Geschmacksrichtungen, wo ich ganz gewiss sofort würgen würde.

nd Journalismus von links lebt vom Engagement seiner Leser*innen

Wir haben uns angesichts der Erfahrungen der Corona-Pandemie entschieden, unseren Journalismus auf unserer Webseite dauerhaft frei zugänglich und damit für jede*n Interessierte*n verfügbar zu machen.

Wie bei unseren Print- und epaper-Ausgaben steckt in jedem veröffentlichten Artikel unsere Arbeit als Autor*in, Redakteur*in, Techniker*in oder Verlagsmitarbeiter*in. Sie macht diesen Journalismus erst möglich.

Jetzt mit wenigen Klicks freiwillig unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal