Kapitalismus ohne Kultur

Bestsellerautor Günter Ogger warnt vor einer Radikalisierung unserer Gesellschaft

  • Von Martin Koch
  • Lesedauer: ca. 5.0 Min.
Auch bei Siemens stiegen die Managergehälter ins Unverhältnismäßige.

Vor 160 Jahren schon kennzeichnete Karl Marx den Kapitalismus als ein äußerst dynamisches Wirtschaftssystem. Und prophezeite dennoch dessen Untergang, da die bürgerlichen Eigentumsverhältnisse, wie er glaubte, sich über kurz oder lang in eine Fessel für die Entwicklung der Produktivkräfte verwandeln würden. Zumindest hierin ist die Geschichte über Marx hinweggegangen. Denn der Kapitalismus entfaltet noch immer eine ungeheure ökonomische und soziale Dynamik.

Eine Dynamik, die wiederum keiner so scharfsinnig analysiert hat wie Marx. Zwar sei das Kapital von ängstlicher Natur, zitierte dieser 1867 einen Gewerkschafter. Nur: »Mit entsprechendem Profit wird Kapital kühn. Zehn Prozent sicher, und man kann es überall anwenden; 20 Prozent, es wird lebhaft; 50 Prozent, positiv waghalsig; für 100 Prozent stampft es alle menschlichen Gesetze unter seinen Fuß; 300 Prozent, und es existiert kein Verbrechen, das es nicht riskiert, selbst auf Gefahr ...


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