Rätseln um Dialog mit den Taliban

Afghanistans Opposition will Gespräche mit radikalislamischen Rebellen geführt haben

  • Von Thomas Berger
  • Lesedauer: ca. 2.0 Min.

Während die USA eine neue militärische Offensive gegen die Taliban vorbereiten, suchen politische Kräfte in Afghanistan offenbar nach diplomatischen Möglichkeiten, die Gewaltwelle einzudämmen.

Die oppositionelle Nationale Front habe mit ranghohen Taliban gesprochen, hatte Afghanistans früherer Präsident Burhanuddin Rabbani (1992-96) gegenüber der Nachrichtenagentur AP erklärt. Die Kunde verbreitete sich rasch. Da Rabbani jedoch die Identität der Gesprächspartner vorerst nicht preisgeben will, bleibt die Angelegenheit mysteriös. Taliban-Sprecher Zabiullah Mujahid dementierte jedenfalls umgehend, dass es ein Treffen gegeben habe. Doch will das wenig besagen. Viele regionale Taliban-Kommandeure handeln weitgehend selbstständig, ohne den Segen ihrer Führung.

Bei aller Spekulation: Die Bereitschaft, nicht allein die militärische Karte zu spielen, ist selbst in afghanischen Regierungskreisen gewachsen. Ein Jahr ist vergangen, seit Präsident Hamid Karsai persönlich faktisch das Tabu aufhob, über einen Dialog mit den Taliban nachzudenken, um die Gewaltwelle zu bremsen, die täglich neue Opfer forder...


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