Füße stillhalten im Arbeitskampf?

Gewerkschaften in den USA streiten über Neutralitätsabkommen

  • Von Catharina Schmalstieg
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Neutralitätsabkommen sind für manche US-amerikanische Gewerkschaftsaktivisten ein rotes Tuch, für andere dagegen strategisches Mittel, als Tarifpartner anerkannt zu werden.

Traditionell scheint es für Gewerkschaften in den USA nahezu unmöglich, ein Kollektivvertretungsrecht zu gewinnen. Den Status als Tarifpartner müssen sie dazu erst in komplizierten Anerkennungsverfahren erkämpfen – diese Versuche werden von Arbeitgebern jedoch immer wieder torpediert. Vor diesem Hintergrund haben Neutralitätsabkommen (»neutrality agreements«), in denen Arbeitgeber sich verpflichten, die Gewerkschaft nicht zu behindern, branchenübergreifend große Beliebtheit erlangt.

Doch »Neutralität« im Kampf um bessere Arbeitsbedingungen scheint ein Widerspruch. Das Stillhalten der Arbeitgeber verlangt im Rahmen solcher Abkommen von den Gewerkschaften mindestens dasselbe. Das Für und Wider dieser Form von Sozialpartnerschaft beschäftigt derzeit amerikanische Gewerkschaftsaktivisten.

Für die Abkommen spricht vor allem die Möglichkeit, Beschäftigte ansprechen zu können, ohne dass es Einschüchterungsversuche seitens der Arbeitgeber ...


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