Litauens Justiz macht Jagd auf Partisanen

Vorgehen löst Zweifel an Eignung von Vilnius als EU-Kulturhauptstadt aus

  • Von Peter Nowak
  • Lesedauer: ca. 1.5 Min.

Soll die litauische Hauptstadt Vilnius 2009 wirklich europäische Kulturhauptstadt werden? Diese Frage ist eigentlich längst entschieden. Doch die Initiatoren eines offenen Briefes, der Anfang September dem Europaparlament zugeschickt wird, wollen, dass diese Entscheidung noch einmal überdacht wird.

Hintergrund dieser Forderungen sind Ermittlungen der litauischen Staatsanwaltschaft gegen mehrere Partisanen. Vorgeworfen wird den hochbetagten ehemaligen Kämpfern gegen die Faschisten und ihre regionalen Unterstützer, Verbrechen begangen haben. Dabei geht es um die Ereignisse in dem polnisch-litauischen Dorf Koniuchy. Partisanen hatten am 29. Januar 1944 die dortige deutsche Garnison angegriffen. Bei den Kämpfen sind auch 38 Dorfbewohner getötet worden. Für Litauens Justiz war der Angriff daher Terrorismus.

In den litauischen Medien stehen dabei besonders jüdische Partisanen im Visier. So soll Rachel Margolis zu der Aktion in Koniuchy befragt werden, obwohl sie gar nicht daran b...


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