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Rückendeckung für Evo Morales

Venezuela weist US-Botschafter aus

  • Von Benjamin Beutler
  • Lesedauer: 2 Min.
Die von der rechten Opposition geschürte innenpolitische Krise in Bolivien hat zu schweren diplomatischen Verstimmungen zwischen den USA und den linksgerichteten Regierungen in La Paz und Caracas geführt.

Hugo Chávez ist für seine klaren Worte bekannt. »Scheiß-Yankees, geht zum Teufel!«, schimpfte Venezuelas Präsident am Donnerstag (Ortszeit) bei einer öffentlichen Veranstaltung in Puerto Cabello. Zuvor hatte Chávez seine Solidarität mit Boliviens Präsidenten Evo Morales und dessen regierender Bewegung zum Sozialismus (MAS) erklärt und Taten folgen lassen: Er forderte den US-Chefdiplomaten Patrick Duddy zur Ausreise auf. »Er hat 72 Stunden Zeit, das Land zu verlassen.« Auch den eigenen Botschafter in Washington solle Außenminister Nicolás Maduro zurückrufen, ordnete der linksgerichtete Staatschef an. Venezuela werde erst wieder einen Botschafter in die USA schicken, wenn Präsident George W. Bush abgelöst worden sei. »Von jetzt an ist Bolivien nicht mehr allein«, betonte Chávez, es sei »Schluss mit den unzähligen Aggressionen«. In Bolivien sei derzeit ein »Staatstreich« im Gange, dahinter stünden die »Regierung der USA und die bolivianische Oligarchie«.

In Venezuela wolle Präsident Georg W. Bush, der kurz vor Ende seiner Amtszeit steht, offene Rechnungen begleichen. Am Donnerstag wurde in Venezuelas Staatsfernsehen ein vereitelter Plan putschbereiter Militärs präsentiert, die Chávez mit F16-Kampfflugzeugen in seinem Präsidentenflugzeug abschießen wollten. »Ich bin nicht mehr der Chávez von 2002«, erinnerte er an den damals gescheiterten Putsch mit US-Unterstützung und kündigte eine harte Strafverfolgung der Verantwortlichen an.

Unterdessen hat das Außenministerium der USA Boliviens Botschafter Gustavo Guzmán als Retourkutsche auf die Ausweisung von US-Botschafter Philip Goldberg ausgewiesen. Außenministeriumssprecher Sean McCormack hatte die Entscheidung Boliviens »bedauert«, sie werde »ernsthafte Folgen für die Region« nach sich ziehen. Er verwies dabei auf die wirtschaftliche Bedeutung der USA für das zweitärmste Land Südamerikas, man sei »wichtigster Geldgeber der Entwicklungshilfe, wichtigster Exportmarkt und wichtigster Partner im Anti-Drogen-Kampf«.

MAS-Kabinettschef Alfredo Rada begründete den Rauswurf Goldbergs erneut mit dessen persönlicher Unterstützung für die gewaltbereite Opposition. Die zwischenstaatlichen Beziehungen zu den USA seien »nicht unterbrochen«. Derweil war es am Donnerstag nahe der nordbolivianischen Provinzhauptstadt Cobija zu einem gewaltsamen Zwischenfall gekommen. Laut Aussagen des Ministers für innere Sicherheit und Polizei, Rubén Gamarra, seien MAS-Anhänger auf einem Demonstrationszug in einen Hinterhalt geraten, wobei sie von regierungsfeindlichen Paramilitärs der lokalen Präfektur mit automatischen Waffen beschossen wurden. Dabei kamen mindestens neun Menschen ums Leben. Während die MAS-Regierung nationale Trauer für die Opfer anordnete, rief Morales die Bevölkerung in Anbetracht des »bürgerlich-regionalen Staatsstreichs« zu Ruhe auf, wies aber gleichzeitig darauf hin, dass die »Geduld ihre Grenzen« habe.

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