Rechts von der Fahrbahn abgekommen

Der Unfalltod Jörg Haiders verändert Österreichs politische Landschaft

  • Von Hannes Hofbauer, Wien
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Rechts von der Fahrbahn abgekommen, hat der Landeshauptmann von Kärnten und Chef des rechtsliberalen Bündnis Zukunft Österreich (BZÖ), Jörg Haider, in der Nacht zum Sonnabend die Herrschaft über seinen VW Phaeton verloren. Nach mehreren Überschlägen blieb das Fahrzeug zerstört auf der Fahrbahn liegen. Die Rettungsmediziner konnten nur mehr den Tod des Politikers feststellen.

Der 58-jährige Jörg Haider war um 1 Uhr nachts südlich von Klagenfurt auf dem Weg zu seinem Wohnsitz ins Bärental nach einem Überholmanöver tödlich verunglückt. Den Chauffeur des Dienstwagens hatte er zuvor heim geschickt. Tags darauf hätte der Geburtstag seiner 90-jährigen Mutter gefeiert werden sollen.

Als »menschliche Tragödie« bezeichnete der österreichische Bundespräsident Heinz Fischer, auf einem SPÖ-Ticket zum formal höchsten Mann im Staat gekürt, den Tod des rechten Recken und nannte Jörg Haider nicht zu Unrecht einen »Politiker mit großen Begabungen und Talenten sowie der Fähigkeit, auf Menschen zuzugehen«. In der Würdigung des Toten war sich sonntags die politische Klasse Österreichs einig. Von Noch-Bundeskanzler Alfred Gusenbauer über den neu designierten ÖVP-Chef Josef Pröll bis zum FPÖ-Obmann Heinz-Christian Strache zollten sie ihm höchsten Respekt. Tatsächlich war Jörg Haider ein Vollblutpolitiker, der trotz seiner gering...


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