Geschichten aus Bansin

Vor 100 Jahren wurde Hans Werner Richter geboren

  • Von Klaus Bellin
  • Lesedauer: ca. 4.0 Min.

Er war das Oberhaupt einer Institution, die es nur einmal im Jahr drei Tage lang gab. Die Gruppe 47, einflussreich und legendenumwoben, literarische Bühne und bunter Jahrmarkt, Klatschzentrale, Clique und Börse, für Thomas Mann nicht mehr als eine »Rasselbande«, für andere eine »Kulturmafia«, war sein Werk, sein Hauptwerk sogar. Die meisten kennen Hans Werner Richter nur, weil er der Chef dieser losen Vereinigung war, ihr fester Kern, der Mann, der die Fäden zog und seine Rolle sichtlich genoss. Es war die Rolle seines Lebens. Ihr verdankt er seinen Ruhm. Er, nur er, entschied, wer zu den Tagungen kommen durfte und sogar die Chance erhielt, durch eine Lesung auf sich aufmerksam zu machen. Es gab keine Mitgliedslisten und keine Satzung, es gab nur ihn und das streng zelebrierte Ritual. Wer etwas vorlesen durfte, nahm auf dem »elektrischen Stuhl« Platz und harrte dann schweigend, was die anwesenden Herrschaften, Kritiker und Schriftstell...


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