Der erste Stolperstein in Motzen

Erinnerung an Walter Frick, der erst Nazi war und dann eine Jüdin versteckte

  • Von Andreas Fritsche
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.
Straßenfront des Grundstücks, auf dem Walter Frick die Jüdin Luise Walzer versteckte. ND-

Die Sonne scheint, still liegt der Motzener See. Auf dem Friedhof an der Töpchiner Straße pflegen drei ältere Frauen die Gräber ihrer verstorbenen Angehörigen. Im Haus nebenan tritt ein Mann aus der Tür und holt die Post herein. Es ist Donnerstag. Hinter dem Flachbau stehen tief gestaffelt noch weitere Häuser, darunter auch jenes, in dem von 1937 bis 1945 Walter Frick lebte. Die Adresse lautet Töppchiner Straße 1. Damals war es allerdings die Töppchiner Chaussee 18. Gestern nun verlegte der Kölner Künstler Gunter Demnig auf dem Gehweg vor dem Grundstück in Motzen (Dahme-Spreewald) einen Stolperstein für Walter Frick – obwohl dieser Nazi war, aber er blieb es nicht bis zum Ende seines Lebens. Die Nazis richteten ihn hin, weil er Hitlergegnern Zuflucht gewährt hatte.

Die Witwe Else Frick beantragte nach dem Zweiten Weltkrieg vergeblich die Anerkennung ihres Mannes als Opfer des Faschismus. Dabei sah es zwischenzeitlich so aus, als w...


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