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Angriff auf Al Qaida-Lager im Jemen

Amnesty wirft USA Einsatz von Streubomben vor

London/Sanaa, 7. Juni (AFP/ND) - Die USA haben der Menschenrechtsorganisation Amnesty International (ai) zufolge Streubomben im Kampf gegen das Terrornetzwerk Al Qaida im Jemen eingesetzt. Bei dem Angriff auf ein mutmaßliches Al Qaida-Lager im Südjemen seien im Dezember 55 Menschen getötet worden, erklärte ai am Montag und forderte von den USA eine Stellungnahme. Ein Mitglied des Netzwerks stellte sich nach jemenitischen Angaben den Behörden.

Amnesty veröffentlichte Fotos, auf denen nach Angaben der Organisation Überreste eines im Südjemen explodierten "Tomahawk"-Marschflugkörpers aus US-Produktion sowie nicht explodierte Streubomben zu sehen sind. Die Aufnahmen sollen nach dem Angriff am 17. Dezember 2009 auf die Gemeinde El Maadschala in der südlichen Provinz Abjan entstanden sein, wo Al Qaida ein Ausbildungslager unterhalten soll. Seine Organisation sei "sehr besorgt", dass im Jemen Streubomben zum Einsatz kämen, sagte ai-Rüstungsexperte Mike Lewis in London. Die meisten der Opfer seien Zivilisten gewesen.

Die US-Regierung müsse offenlegen, welche Rolle sie in diesen Angriffen gespielt habe, forderte der Vizechef des ai-Programms für Nahost und Nordafrika, Philip Luther. Bisherige Anfragen von Amnesty an das Pentagon seien unbeantwortet geblieben.

In der Amnesty-Erklärung wird darauf hingewiesen, dass eine "Tomahawk"-Rakete mit 166 Streubomben bestückt werden könne. Jede von ihnen setze bei der Explosion 200 scharfkantige Stahlgeschosse frei. Diese könnten noch in 150 Metern Entfernung Verletzungen verursachen. Außerdem würden chemische Stoffe freigesetzt, die Feuer entfachten.


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