Entdeckungen im Großstadtdschungel

Der »Lange Tag der StadtNatur« lockt mit 500 Veranstaltungen in die grünen Ecken Berlins

Auf der Suche nach Berlins Naturwundern
Auf der Suche nach Berlins Naturwundern

Unter nächtlichem Himmel auf Wildschweinpirsch gehen. Durch geheimnisvolle Moore streifen, Hexenkräuter sammeln vor der eigenen Haustür – das alles ist möglich. Mitten in Berlin. Denn an diesem Wochenende zeigt sich der Großstadtdschungel von seiner grünen Seite. Vom 19. bis 20. Juni lockt der »Lange Tag der StadtNatur« zum vierten Mal Groß und Klein in die wilden Ecken der Berliner Naturlandschaft. Innerhalb von 26 Stunden laden rund 500 Veranstaltungen an 150 Orten dazu ein, die städtische Flora und Fauna auf ganz besondere Weise zu erleben.

Dazu muss man gar nicht in eines der vielen Wald- oder Wassergebiete fahren, überraschende Naturwunder lassen sich auch vor Ort entdecken. Da ist zum Beispiel die duftende Wildblumenwiese, die zwischen den Fahrspuren der Baerwaldstraße mitten in Kreuzberg entstanden ist. »Königskerze, Natternkopf, Malve und Co« heißt die Veranstaltung, die deren bunte Bewohner vorstellt. Und auch so mancher Hinterhof entpuppt sich als grünes Kleinod. Wie »Hinterhofidylle zum Selbermachen« geht, zeigt der Verein Grüne Liga Berlin. Was die Felder, Gärten und Balkone der Region an Köstlichkeiten hervorbringen, kann man beim »Klimapicknick« im Mauerpark erschmecken, das die BUNDjugend Berlin am Samstag veranstaltet. Zum Thema Klimawandel bietet sie zudem eine moderne Schnitzeljagd an: mit GPS-Gerät und Fahrrad geht es auf Schatzsuche durch die Stadt.

Initiator des Natur-Events ist die Stiftung Naturschutz Berlin. Deren Vorstandvorsitzender Johann-Wolfgang Landsberg-Becher erklärt: »Zu den neuen Highlights in diesem Jahr gehören die Mobilen Äcker am Moritzplatz, der Weingarten im Prenzlauer Berg, der Tankstellengarten in Schöneberg«. Diesjähriges Schwerpunktthema ist das Wasser – schließlich sind fast 59 Quadratkilometer der Stadtfläche mit Wasser bedeckt.

Zum ersten Mal werden darum auch naturkundliche Schiffsfahrten auf dem Tegeler See angeboten. Mit etwas Glück kann man vom Dampfer aus Biber, Eisvögel oder Seeadler beobachten. Auch Expeditionen in sonst unzugängliche Gewässer der Havel sind möglich. Im Großkanu für zehn Personen manövriert man am malerischen Ufer Klein Venedigs entlang, hinein in seine verborgenen Lebensräume. Rund 180 Akteure beteiligen sich an dem Wochenende, darunter Umweltorganisationen, Universitäten, Museen und Bürgerinitiativen. Ihre sinnlichen Entdeckungstouren sollen viele Fragen beantworten. Wie verändert sich die Wahrnehmung, wenn man nachts schweigend durch den Wald wandert? Kann Wasser zaubern? Was sind eigentlich Bärtierchen und wie kommen sie vom Moos ins All? Mit Mikroskop und Fernglas, mit Augen und Ohren werden die Geheimnisse der Berliner Naturparadiese gelüftet.

Für einige Veranstaltungen ist eine Anmeldung erforderlich. Wer sichergehen will, dass er an seinem auserkorenen Ereignis tatsächlich teilnehmen kann, sollte schnell handeln, denn mehrere Angebote sind bereits ausgebucht. Doch zum Glück hält die Stadt genug Naturerlebnisse für alle bereit.

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