Streit um Wahlsieg

Kosovo vor schwieriger Regierungsbildung

  • Lesedauer: 2 Min.

Nach den Parlamentswahlen in Kosovo haben die Spitzenkandidaten von Regierung und Opposition den Sieg jeweils für sich beansprucht.

Pristina (AFP/ND). Ministerpräsident Hashim Thaci von der Demokratischen Partei (PDK) ließ sich nach der Veröffentlichung erster Nachwahlbefragungen noch in der Nacht zum Montag als Wahlsieger feiern. Die oppositionelle Demokratische Liga (LDK) unter Pristinas Bürgermeister Isa Mustafa bestritt Thacis Sieg dagegen.

Laut einer Nachwahlbefragung der unabhängigen Organisation Gabi Boni unter 2200 Wählern kam Thacis PDK auf 31 Prozent der Stimmen. Die LDK erhielt demnach eine Zustimmung von 25 Prozent. Erste offizielle Ergebnisse wurden für den späten Montag erwartet. Zu der Wahl waren am Sonntag rund 1,6 Millionen Kosovaren an die Urnen gerufen. Die Beteiligung lag nach Angaben der Wahlkommission bei 47,8 Prozent. Experten erwarteten eine schwierige Regierungsbildung, weil keine der größeren Oppositionsparteien mit der PDK koalieren dürfte.

»Der Sieg gehört uns«, sagte Thaci vor feiernden PDK-Anhängern im Zentrum Pristinas. Das erste Votum seit der Unabhängigkeitserklärung des Landes sei daher als »Referendum der Bürger über die gute Regierungsführung der PDK« zu sehen, betonte er. Die LDK erklärte hingegen unter Verweis auf eigene Erhebungen, dass sie in Führung liege. Sie stützte sich nach Angaben eines Parteisprechers dabei auf die Auszählung von 60 Prozent der Stimmen.

Angesichts der öffentlichen Feiern von PDK-Anhängern rief LDK-Chef Mustafa seine Sympathisanten zur Ruhe auf.

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