Bamberg demütigt Alba Berlin

52:103 – höchste Pleite in der Klubgeschichte

  • Lesedauer: 2 Min.
Die Brose Baskets Bamberg haben die neue Hackordnung im deutschen Basketball zementiert. Im Bundesliga-Gipfeltreffen besiegte der Titelverteidiger den achtmaligen Meister Alba Berlin mit 103:52 (51:31).

Die höchste Niederlage der Klubgeschichte hat bei Alba Berlin eine vorweihnachtliche Krise ausgelöst. Zugleich sorgte Bamberg für den vierthöchsten Heimsieg in der Bundesliga-Geschichte. »Das ist eine Schande. So darf man nicht auftreten. Wir können uns nur bei unseren Fans entschuldigen«, schimpfte Albas Teammanager Mithat Demirel.

Während die ungeschlagenen Bamberger (28:0 Punkte) ihren Startrekord auf 14 Siege ausbauten, übertrafen die Berliner noch ihre bisherige Negativ-Bestmarke. Sie datierte vom 5. Mai 1991, als Alba in Leverkusen mit 64:108 unter die Räder kam.

Demirel kündigte nach dem Debakel eine knallharte Analyse an. »Es wird ernsthafte Gespräche geben. Dieses Spiel können wir nicht so einfach abhaken«, sagte der frühere Nationalspieler nach der desaströsen Vorstellung des Tabellenvierten (16:8). Trainer Luka Pavicevic war nach dem Offenbarungseid seines Teams vor 6800 Fans ratlos. »Wir haben komplett die Kontrolle im Spiel verloren und müssen jetzt analysieren, warum wir schlecht reagiert haben«, meinte der Serbe. Viel Zeit zur Aufarbeitung blieb zunächst nicht, denn schon am Sonntagvormittag brachen die Berliner gen Russland auf, wo sie morgen bei Krasnje Krylia Samara ihr statistisch bedeutungsloses letztes Vorrundenspiel im Eurocup bestreiten.

Spätestens nach der Rückkehr will Demirel Tacheles reden. »Wir befinden uns in einer schwierigen Situation. So stelle ich mir keine Alba-Mannschaft vor. Wir werden uns genau ansehen, wie es dazu kommen konnte, und dann unsere Entscheidungen treffen«, sagte er und drohte Konsequenzen.

Bambergs Coach Chris Fleming strahlte nach der Gala seines Teams um den überragenden Reyshawn Terry (27 Punkte) über das ganze Gesicht. »Ich bin sehr stolz wegen der Art und Weise, wie die Jungs das Spiel beherrscht haben. Wir sind mit der Situation im Moment natürlich sehr zufrieden.« Auch Nationalspieler Tibor Pleiß war aus dem Häuschen: »Mit über 50 Punkten Vorsprung gegen Alba zu gewinnen, das ist unglaublich.« Der Center warnte aber davor, von einer Vorentscheidung im Titelkampf zu reden: »Das ist nur eine Momentaufnahme. Wichtiger ist es, am Ende der Saison richtig gut zu sein. Die Liga ist zu stark, als dass wir da so durchmarschieren werden.« dpa/ND

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