Polizeipannen beim Attentat in Norwegen

Zu langer Einsatzweg, keine Hubschrauber

  • Lesedauer: 1 Min.
Die norwegische Polizei hat Pannen bei ihrem Einsatz während des Massakers auf der Insel Utöya eingeräumt.

Oslo (AFP/ND). Es habe sich herausgestellt, dass die Ablegestelle für das Polizeiboot am Festland »wenig geeignet« gewesen sei, sagte Johan Fredriksen von der Osloer Polizei dem Fernsehsender NRK. Demnach hatten sich die Beamten für einen unnötig langen Weg entschieden. Laut NRK stiegen die Polizisten in einer Entfernung von fast vier Kilometern zur Insel in ein Boot, obwohl es eine andere Ablegestelle nur rund 700 Meter von Utöya entfernt gab. Fredriksen wollte aber keine Angaben dazu machen, welche Zeitverzögerung es durch die Wahl des Startpunktes möglicherweise gegeben habe.

NRK zeigte zudem ein Amateurvideo, auf dem rund ein Dutzend Polizisten auf einem kleinen roten Schlauchboot zu sehen sind. Wegen der zu großen Besatzung war Medienberichten zufolge Wasser in das Boot gelangt. Die Polizei selbst nannte bisher immer Motorprobleme als Grund, dass die Beamten in zwei viel schnellere Privatboote umsteigen mussten. Mit denen waren sie nach Utöya gelangt. Auch wurde bekannt, dass die Osloer Polizei keinen Hubschrauber hatte, weil die Piloten im Sommer gleichzeitig Urlaub machen.

Werde Mitglied der nd.Genossenschaft!
Seit dem 1. Januar 2022 wird das »nd« als unabhängige linke Zeitung herausgeben, welche der Belegschaft und den Leser*innen gehört. Sei dabei und unterstütze als Genossenschaftsmitglied Medienvielfalt und sichtbare linke Positionen. Jetzt die Beitrittserklärung ausfüllen.
Mehr Infos auf www.dasnd.de/genossenschaft

Linken, unabhängigen Journalismus stärken!

Mehr und mehr Menschen lesen digital und sehr gern kostenfrei. Wir stehen mit unserem freiwilligen Bezahlmodell dafür ein, dass uns auch diejenigen lesen können, deren Einkommen für ein Abonnement nicht ausreicht. Damit wir weiterhin Journalismus mit dem Anspruch machen können, marginalisierte Stimmen zu Wort kommen zu lassen, Themen zu recherchieren, die in den großen bürgerlichen Medien nicht vor- oder zu kurz kommen, und aktuelle Themen aus linker Perspektive zu beleuchten, brauchen wir eure Unterstützung.

Hilf mit bei einer solidarischen Finanzierung und unterstütze das »nd« mit einem Beitrag deiner Wahl.

Unterstützen über:
  • PayPal