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New York: Nachdenken und Erinnern

US-Präsident bei Zeremonie am Ground Zero / Veranstaltungen in Washington und Shanksville

Zehn Jahre nach den Anschlägen vom 11. September 2001 haben die USA mit einer Zeremonie am sogenannten Ground Zero in New York an die fast 3000 Opfer der Anschläge erinnert.

New York (Agenturen/ND). An dem Ort, wo islamische Extremisten das World Trade Center mit gekaperten Flugzeugen zum Einsturz brachten, verlasen Hinterbliebene am Sonntag die Namen der Getöteten. Die Veranstaltung markierte den Höhepunkt des tagelangen Gedenkens an »9/11«.

Präsident Barack Obama und sein Amtsvorgänger George W. Bush standen Seite an Seite, als ein Chor die Zeremonie mit der US-Nationalhymne eröffnete. Obama würdigte die Opfer in einer kurzen Ansprache: »Sie waren unsere Nachbarn, unsere Freunde, unsere Ehemänner, Ehefrauen, Brüder, Schwestern, Kinder und Eltern. Sie waren die, die zur Hilfe geeilt sind.« New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg sagte, die Veranstaltung sei eine »Chance zum Nachdenken und zum Erinnern«.

Die Veranstaltung im Süden Manhattans fand vor der Kulisse der in den Himmel wachsenden Neubauten des World Trade Centers statt. Mit sechs Schweigeminuten riefen die Teilnehmer die tragischen Ereignisse von 9/11 ins Gedächtnis. Sie verharrten still zu den Uhrzeiten, an denen die beiden Passagierflugzeuge in das World Trade Center rasten und später die Zwillingstürme einstürzten. Auch an den Einschlag eines Flugzeugs ins Pentagon in Washington und den Absturz einer vierten entführten Maschine nahe Shanksville im Bundesstaat Pennsylvania wurde erinnert.

Zum zehnten Jahrestag der Anschläge wurde am Ground Zero ein Mahnmal für die Opfer eröffnet. Die Gedenkstätte besteht aus zwei Granitbecken, die in die viereckigen Fundamente der eingestürzten Zwillingstürme eingelassen sind und an deren Seitenwänden sich Wasserfälle ergießen. Auf Bronzeplatten sind die Namen der bei den Anschlägen Getöteten eingraviert.

Obama sollte am Sonntag an weiteren Veranstaltungen in Shanksville und am Pentagon in Washington teilnehmen. Bereits seit Freitag erinnerten die USA mit einer Reihe von Zeremonien an die Anschläge. Auf dem Feld in Shanksville etwa weihten die Ex-Präsidenten Bush und Bill Clinton sowie Vizepräsident Joe Biden am Sonnabend ein Denkmal für die 40 Opfer des dort abgestürzten Flugzeugs ein. In New York wurde bei einem Gottesdienst an die 343 im Einsatz am WTC gestorbenen Feuerwehrmänner erinnert.

Das Gedenken war von neuen Terrorwarnungen überschattet worden. Obama rief nach Beratungen mit seinem Sicherheitskabinett am Wochenende zu »erhöhter Wachsamkeit« auf. Die US-Behörden haben Hinweise darauf, dass Terroristen Anschläge mit Autobomben verüben könnten. In Medienberichten war von drei Verdächtigen die Rede, die Afghanistan verlassen haben sollen.

Die US-Behörden hoben die Terrorwarnstufe zwar nicht an, in New York und anderen Großstädten galten jedoch scharfe Sicherheitsvorkehrungen. Wegen eines Sicherheitsalarms wurde am Sonnabend der größte Flughafen von Washington, Dulles International, teilweise geräumt. Sprengstoffexperten, die einen »verdächtigen Gegenstand« in einem Container untersuchten, gaben nach vier Stunden Entwarnung.

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