Schweigen

Das Spätwerk des Schriftstellers Wolfgang Koeppen (1906-1996) soll an der Universität Greifswald erforscht werden. Ein Schlüssel sind rund 1300 Typoskriptseiten Koeppens zu seinem Prosatext »Jugend«, wie der Literaturwissenschaftler und Leiter des Wolfgang-Koeppen-Ar chivs, Eckhard Schuhmacher, sagte.

Der autobiografisch gefärbte Text »Jugend« war nach einer langen Schreibpause Koeppens im Jahr 1976 erschienen. Zuvor hatte er sich mit seiner Trilogie »Tauben im Gras« (1951), »Das Treibhaus« (1953) und »Der Tod in Rom« (1954) den Ruf als einer der großen deutschen Nachkriegsautoren erworben.

Bereits in den 60er Jahren, nach dem Wechsel zum Suhrkamp-Verlag, war über das Schweigen Koeppens spekuliert worden, der mit seiner Nachkriegstrilogie große Erfolge gefeiert hatte. In dem Forschungsprojekt soll auch geklärt werden, ob Koeppen angesichts der umfassenden Unterlagen auf ein anderes größeres Projekt - den lange erwarteten Roman - abzielte, sagte Schuhmacher. Damit könnte die Auswertung der Dokumente neue Perspektiven auf das Spätwerk Koeppens eröffnen. dpa

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