Fehlleitmedien

Eine Analyse der neueren Mediengeschichte zeigt einen bemerkenswerten Mangel an kritischer Berichterstattung zum Thema Uranmunition

  • Von Ralf Hutter
  • Lesedauer: ca. 4.0 Min.

Der öffentlich-rechtliche Rundfunk wendet sich nun zumindest sporadisch den Gefahren von Uranmunition zu. So endet ein großes Schweigen.

»Kriegführung mit Urangeschossen« von Brigitte Runge und Fritz Vilmar

Dass das ZDF auf Sardinien dreht, lässt hoffen. Der Deutschlandfunk sendete bereits im August einen dreiviertelstündigen Beitrag namens »Das Quirra-Syndrom«. Dabei hatten die großen Medien dem Thema Uranmunition zehn Jahre lang gar keine Aufmerksamkeit geschenkt. Kurz nach Ausstrahlung des Radiobeitrags sagte der verantwortliche Redakteur Hermann Theißen gegenüber »nd«: »Ich bin erst durch Hörerreaktionen auf die Funkstille aufmerksam geworden. Diese Geschichte war nicht zu mir vorgedrungen.«

Die »Geschichte« dieser Funkstille lässt sich nachvollziehen. Bis Anfang 2001 gab es nämlich sehr wohl in großen deutschen Medien eine Debatte über die Gefahren von Uranmunition - schließlich war auch die Bundeswehr durch ihre Einsätze auf dem Balkan betroffen. Doch dann berief der damalige Militärminister Rudolf Scharping eine Kommission aus Journalisten, Militärs und Wissenschaftlern ein, die nach einem halben Jahr das gewünschte Ergebnis li...


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