Wiederholungstäter

Klubszene-Festival Berlin: Theaternachwuchs trifft sich im Atze

  • Anouk Meyer
  • Lesedauer: 2 Min.

Von wegen, Jugendliche verbringen heutzutage ihre Zeit ausschließlich vorm Computer: Als am gestrigen Donnerstag das 7. Klubszene-Festival Berlins begann, drängten sich 180 theaterbegeisterte Jugendliche im Atze-Musiktheater, das die Veranstaltung diesmal ausrichtet. »Wer einmal dabei war, will immer wieder mitmachen«, freut sich die künstlerische Leiterin des Festivals, Tanja Pfefferlein.

Die jährlichen Arbeitstreffen der Berliner Jugendtheaterklubs dauern je drei Tage und dienen in erster Linie dem Austausch und der Vernetzung. Unter dem diesjährigen Motto »Deine Sprache - meine Sprache - unsere Sprache« setzen sich die Mitglieder der zwölf Theaterklubs in Workshops schauspielerisch, tänzerisch und musikalisch mit bekannten und unbekannten, alten und neuen Sprech- und Ausdrucksweisen auseinander. So beschäftigen sich die Teilnehmer im Alter von 11 bis 25 unter Leitung von Sinem Altan mit Gesang und Komposition im anatolischen Jazz, Sven Seeger lehrt im »Vokal-Body Laboratory« Tanz und Choreographie, und DJ Ipek gibt Tipps zu Grundlagen des Plattenauflegens. Die sechs Workshops eröffnen den jungen Darstellern die Möglichkeit, sich unter fachkundiger Leitung in spannenden Feldern zu erproben.

Außerdem führen die Nachwuchsschauspieler einander die klubeigenen Produktionen des vergangenen Jahres vor. Mit dabei sind unter anderem von der Schaubühne die Zwiefachen mit der im KZ Theresienstadt spielenden Kinderoper »Brundibar«, von der Volksbühne P14 mit »Molière’s Horny«, einem Stück über Liebe und Sex, und Spiel-Raum vom DT mit »Heldenhaft«. Außerdem beteiligen sich die Jugendlichen an der Vorbereitung, Organisation, Moderation und Durchführung des Festivals.

»Das Tolle an diesen Treffen ist, es gibt keine Konkurrenz untereinander, die Stimmung ist fantastisch«, schwärmt Tanja Pfefferlein. Auch ohne offizielle Jury haben sich die Qualität und das Niveau in den letzten Jahren stetig gesteigert. Der Arbeitskreis Pädagogik der Berliner Bühnen, der das Festival veranstaltet, will damit die einzelnen Klubs zu größerer Stimmgewalt bündeln.

Drei Tage verbringen die jungen Leute zusammen, diskutieren, spielen, essen, lernen sich kennen. Das ganze Festival wird von einem professionellen Filmteam von Studenten der Beuth-Hochschule für Technik begleitet und der Film anschließend ins Netz gestellt. Öffentlich ist die zweistündige Abschlussveranstaltung am Samstag Nachmittag ab 15.30 Uhr, wo die Ergebnisse der Workshops vorgeführt werden; der Eintritt ist kostenlos.

Atze-Musiktheater im Max-Beckmann-Saal, Luxemburger Str. 20, Wedding; Infos unter: www.klubszene-berlin.de

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