Die Ästhetik des Widerlichen

Pussy Riot und die Grenzen des Hinnehmbaren

  • Von Martin Hatzius
  • Lesedauer: ca. 5.0 Min.

Wann ist die Grenze überschritten? Ist sie es, wenn die öffentliche Ordnung willentlich vulgär attackiert wird? Oder ist sie es, wenn drei junge Frauen für solch einen rüden Schabernack zu zwei Jahren Lagerhaft verurteilen werden? Die Frage ist: welche Grenze?

Der »Aufstand der Fotzen« - nichts anderes heißt »Pussy Riot« auf deutsch - ist vorläufig zerschlagen. Die russische Justiz hat die Aufmüpfigen in ihre (in wessen?) Schranken verwiesen. Gleichzeitig ist es, Pardon!, so sicher wie das Amen in der Kirche, dass sich eine Vaginalrebellion mit hartem Knüppel nicht folgenlos niederprügeln lässt. Wer die Lippen einmal aufgerissen hat, lässt sich das Maul so leicht nicht stopfen. Die straffste Knute erschlafft mit der Zeit. Und Gummiparagrafen sind schlechte Verhütungsmittel. Sie reißen. Aus der Schlacht erwächst als (vorläufiger) Sieger ein Drittes: die nächste Generation.

Das Pussy-Riot-Urteil hat Bodo Mrozek in der »FAZ« (22.8.)...


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