Neue Proteste wegen Schmähvideo
Al-Qaida ruft zum Mord an Produzenten auf
Islamabad/Kairo (Agenturen/nd). Bei den weltumspannenden Protesten gegen den Film »Die Unschuld der Muslime« sind inzwischen mindestens 19 Menschen getötet worden, darunter erstmals auch zwei in Pakistan. Hunderte Pakistaner beteiligten sich am Montag an Kundgebungen in den Städten Peshawar, Karachi und Lahore.
Die Terrorgruppe Al-Qaida im Islamischen Maghreb (AQMI) hat dazu aufgerufen, die Produzenten des umstrittenen Videofilms über den Propheten Mohammed zu töten. In einer Erklärung, die am Dienstag auf Islamisten-Websites veröffentlicht wurde, hieß es, wer einen Propheten beleidige, müsse hingerichtet werden. Die Terrorgruppe warf der US-Regierung vor, dass sie die Menschen, die dieses Video produziert hatten, schützt.
Unterdessen haben am Dienstag auch in Thailand Hunderte Demonstranten vor der US-Botschaft gegen das antiislamische Mohammed-Video protestiert. »Zerstört Amerika« skandierten etwa 400 Teilnehmer. »Wir wollen keine Gewalt, aber wir wollen, dass die Filmemacher bestraft werden«, sagte der Organisator der Proteste. Die Botschaft war vorzeitig geschlossen worden. Thailand ist überwiegend buddhistisch. Muslime machen etwa vier Prozent der Bevölkerung aus.
In Indonesien sind die Proteste gegen das antiislamische Mohammed-Video am Dienstag fortgesetzt worden. Rund 200 Menschen demonstrierten vor dem US-Konsulat in Medan auf Sumatra und verlangten rechtliche Schritte gegen die Filmemacher, berichtete die Polizei. In Makassar auf Sulawesi verbrannten Studenten US-Fahnen, berichtete das Nachrichtenportal Detik.com. Präsident Susilo Bambang Yudhoyono kritisierte den Film.
Die ägyptische Justiz hat wegen des Anti-Islam-Films Ermittlungen gegen sieben in den USA lebende koptische Christen eingeleitet. Diese seien entweder für die Produktion oder die Verbreitung des Videos verantwortlich, erklärte die Generalstaatsanwaltschaft am Dienstag in Kairo. Sie wirft ihnen »Beleidigung der islamischen Religion, Beleidigung des Propheten und Anstachelung zum religiösen Hass« vor.
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