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  • Politik
  • Super-Star Sting auf der Berliner Waldbühne:

Finale furioso und das Publikum raste

Warmes Sommerabend-Wetter, ausverkaufte Ränge und einer der besten Rockmusiker mit einer exzellenten Band - was brauch's mehr, um das Konzert von Sting am Mittwoch auf der Berliner Waldbühne zu einem Open-Air-Erlebnis der Top-Klasse werden zu lassen. Nach den Vor-Acts der „Rembrandts“, einer amerikanischen New-Comer-Band, und dem blinden Gitarrenheroen Jeff Healey kam um viertel nach neun der Meister persönlich. Sting belehrte jene Kritiker eines Besseren, die sein Konzert in der Deutschlandhalle im Mai naserümpfend als langweilig tituliert hatten.

Die derzeitige Welttournee des einstigen Bassisten der New-Wave-Kultband Police stand unter einem großen Erwartungsdruck. Sein neuestes, Anfang 1991 veröffentlichtes „The Soul Cages“ ist das Ergebnis einer längeren schöpferischen Krise, in die er durch den Tod von Vater und Mutter geriet. In den Songs des Albums malt er in zumeist düsterer Atmosphäre seine Gedanken zu Leben und Sterben, Schmerz und Trauer aus. Musikalisch kehrte Sting auf „The Soul Cages“ zur Rockmusik zurück,

nachdem er sich nach dem Ende von Police mehr für Jazz interessiert hatte.

Für tiefergehende Inhalte ist ein auf Happening eingestelltes Open-Air-Publikum natürlich weniger empfänglich. Sting, in schlichtem Schwarz, spielte die neuen Stücke schneller und härter als auf der Platte, griff auch stärker auf populäre Police-Klassiker zurück. Mit einem ebensolchen - „Roxanne“ brachte er die Waldbühne erstmals zum Tanzen.

Stings derzeitiges Schaffen gehört zum Besten in der Rockmusik. Er ist innovativ, integriert alle möglichen Stile und bleibt doch

unverwechselbar. Mein persönlicher Höhepunkt des Konzerts: Jimi Hendrix' knallhart vorgetragener Klassiker „Purple Haze“ und hinterher gleich in deutsch „Mackie Messer“ von Brecht/Weill. Danach ließ Sting mit einem Medley von Police-Standards das Publikum voll aus seine Kosten kommen. Finale furioso: „Every Breath You Take“ und „Message In A Bottle“ hintereinander. Das Publikum raste, zu mehr als einer Zugabe ließ sich der Künstler aber nicht herbei. Diese dafür um so schöner: „Fragile“. Der einzige Song, bei dem er zur akustischen Gitarre griff.

JÖRG STAUDE

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