Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass

Ein Sporttag im Spiegel seiner Dopingmeldungen

Die Ergebnislisten jedes größeren Sportereignisses sind heute nur mit größtem Vorbehalt gültig: nämlich vorbehaltlich künftiger positiver Doping-Ergebnisse. Das Doping-Problem im Spitzensport - und längst nicht mehr nur dort - ist größer denn je. In der Sportberichterstattung hat das Thema in Breite und Tiefe so genannte Randsportarten längst überflügelt. Folgend die einschlägigen Nachrichten des gestrigen, also eines ganz normalen Sporttages - vorbehaltlich unseres Redaktionsschlusses... FIFA weicht Strafmaß auf Angeführt vom Fußball-Weltverband FIFA, haben sich die olympischen Mannschafts-Sportverbände gegen die automatische Zweijahressperre durchgesetzt, die der Entwurf des Welt-Anti-Doping-Code vorsah. Bei der Verabschiedung des Codex' im März in Kopenhagen soll »nach Einzelfallentscheidungen« ein variables Strafmaß angewandt werden. Experten gehen davon aus, dass dies dann in den meisten Fällen unter zwei Jahren liegt. WADA kritisiert USA Die Welt-Anti-Doping-Agentur WADA hat der amerikanischen Regierung vorgeworfen, kein Interesse am Kampf gegen verbotenen Leistungssteigerung im Sport zu haben. »Da besteht ein totales Vakuum. Es ist eine Leere, die uns beunruhigt«, erklärte WADA-Vorsitzender Richard Pound in Montreal: »Unser Eindruck ist, dass da nicht das geringste Interesse vorhanden ist.« Scharf zurückgewiesen hat Jennifer de Vallance, Sprecherin des Büros der Nationalen Drogen-Polizei im Weißen Haus, die Kritik der WADA. Pounds Vorwürfe seien »unaufrichtig und unproduktiv«. Trainer will Liberalisierung Nach den jüngsten Doping-Fällen, die den italienischen Fußball erschüttert haben, fordert Fabio Capello, der Trainer von AS Rom, die Einnahme von Dopingsubstanzen in Italien zuzulassen. »Es ist extrem schwer, Doping zu bekämpfen. Die Anti-Doping-Kontrollen hinken Meilen hinterher. Damit wieder Chancengleichheit herrscht, würde es sich lohnen, Doping zu liberalisieren«, sagte er in einem Interview mit Il Giornale. Zwei Jahre für Boulami Hindernis-Weltrekordler Brahim Boulami (Marokko) bleibt wegen Dopings für zwei Jahre bis zum 28. August 2004 gesperrt. Dieses Urteil fällte am Mittwoch letztinstanzlich der Internationale Sportgerichtshof CAS. Bei ihm war am 15. August 2002 in Zürich nach seinem Weltrekordlauf (7:53,17 Minuten) die Ausdauerdroge Erythropoietin (Epo) nachgewiesen worden. sid/dpa/ND

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